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Beinahe zwanzig Jahre ist es her, dass die sogenannte „Kinderrechtskonvention" von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Die Europäische Kommission, Generaldirektion Justiz, Freiheit und Sicherheit, nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, ihren nunmehr vierten Jugendwettbewerb unter das Motto „Zeichne mir ein Recht" zu stellen. Die Initiatoren des Wettbewerbs betonen den herausragenden Charakter der Kinderrechtskonvention für die Staatengemeinschaft. Sie sei das am häufigsten ratifizierte Instrument zur Wahrung der Menschenrechte (insgesamt 191 Staaten haben die Konvention bisher ratifiziert).

Der Wettbewerb, an dem im letzten Jahr beachtliche 40.000 Jugendliche in über 8000 Gruppen teilnahmen, wird europaweit ausgetragen und ist in zwei Altersklassen unterteilt: 10-14 Jahre und 15-18 Jahre. Teilnehmen können Gruppen mit mindestens vier Jugendlichen und einem verantwortlichen Erwachsenen. Die Registrierung auf der Website des Wettbewerbs ist obligatorisch. Einsendeschluss ist der 19.03.2010. Die inhaltlichen Vorgaben zur Gestaltung des Plakats lauten wie folgt: „Das Poster muss ein Recht illustrieren, das in dem UN-Übereinkommen über die Rechte des Kindes verankert ist. Eine teilnehmende Gruppe muss in dem Registrierungsformular erklären, warum ein bestimmtes Recht für die Illustration des Posters ausgewählt wurde und welche Botschaft das Poster vermitteln soll". Darüber hinaus sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Im Wettbewerbsverlauf finden zunächst nationale Entscheide statt, in denen in einem ersten Schritt pro Altersgruppe drei Gewinnerteams eines EU-Mitgliedstaates gekürt werden. Diese Gruppen werden auf eine Preisverleihungsfeier in die Landeshauptstadt eingeladen. Sie erhalten außerdem die Gelegenheit, im Rahmen eines mehrtägigen Aufenthalts in Brüssel, dem Tagungsort des Europäischen Rats, an der Europäischen Preisverleihungsfeier teilzunehmen. Hier werden dann die Gewinner des Wettbewerbs auf europäischer Ebene bekannt gegeben.

Ob und In welcher Form das bzw. die Gewinnerplakate von der Kommission genutzt werden, halten sich die Ausrichter offen - veröffentlicht werden sie aber in jedem Fall. In den Regeln des Wettbewerbs findet sich der Hinweis, dass die Poster der europäischen Gewinner möglicherweise für künftige Kampagnen zum Thema „Kinderrechte" verwendet werden sollen.

Die Veranstalter haben eigens für den Wettbewerb einen pädagogischen Leitfaden erstellt, der den Gruppen bzw. den Verantwortlichen den Zugang zur Kinderrechtskonvention didaktisch erleichtern soll. Hier finden sich unter anderem auch Vorschläge und Anregungen für Unterrichts- bzw. Arbeitseinheiten. Auch Kurzentschlossenen wird die Teilnahme dadurch leicht gemacht.
 

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Die multimediale DVD "Die Welt am Rande des Kollaps - ein Modul für die Bildung für nachhaltige Entwicklung" richtet sich an Lehrende und Lernende aller Schulen ab der 8. Jahrgangsstufe und an interessierte Studenten jeglicher Fachrichtungen. Vorwissen zu den behandelten Themenbereichen ist nicht notwendig. Behandelt werden aktuelle Themen der Globalisierung wie Armut, Ausbeutung, gentechnisch veränderte Nahrung und Klimawandel. Mit Texten, Bildern, Grafiken, Videos und interaktiven Möglichkeiten werden diese Probleme plastisch dargestellt und übersichtlich aufbereitet.

Donnerstag, 21 Januar 2010 00:00

Zeige Courage!

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zeige courage

Eine Gruppe von Mediengestaltern an der Franz-Oberthür-Schule in Würzburg hat schon vor einigen Jahren einen Test ins Netz gestellt, mit dessen Hilfe man das eigene Verhalten in Bezug auf Zivilcourage einschätzen kann. Auf der Internetseite zeige-courage.de findet man mehr zum Hintergrund des Tests:

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Die bisherige studentische Initiative „CoActive – für lebendige Demokratie" aus Augsburg ist seit kurzem ein eingetragener Verein mit guten Chancen als gemeinnützig anerkannt zu werden. Auch weiterhin setzt CoActive auf das bewährte Konzept: durch handlungsorientierte Seminare die Teilnehmer/innen für einen demokratischen Umgang mit Konflikten und für die Unwegsamkeiten der Kommunikation zu sensibilisieren.

Donnerstag, 31 Dezember 2009 00:00

Ten questions about democracy

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In zehn Kurzfilmen, die in der Mediathek der Bundeszentrale für Politische Bildung anzusehen sind, antworten sowohl berühmte als auch unbekannte Menschen aus aller Welt auf Fragen, die sich mit Demokratie beschäftigen. Zusammen mit beispielsweise dem Intellektuellen Slavoy Zizek, dem ehemaligen dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen oder der Musikerin Regina Spektor aber auch einem New Yorker Taxifahrer kann man darüber nachdenken, unter welchen Umständen man bereit wäre, eine Revolution zu starten, ob der Terrorismus die Demokratie bedroht und wer eigentlich die Welt regiert.

Diese Fragen und ihre sehr unterschiedlichen Antworten regen aber auch dazu an, gemeinsam über Macht, Gewalt, Freiheit und die Welt, in der wir leben möchten zu diskutieren.

Die kurzen Filme sind durch musikalische Untermalung und künstlerische Einschübe sehr kurzweilig und unterhaltsam gestaltet und haben die große Stärke, ohne moralischen Zeigefinger zum kritischen Nachdenken über zentrale Themen anzuregen!

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Spielen ist ein Urtrieb des Menschen. Seit etwa fünf Jahrzehnten kann man dieses Verlangen auch virtuell ausleben. Computerspiele haben sich seither von einer Subkultur zu einem absoluten Mainstream-Phänomen entwickelt. Auch das Klischee vom typischen Spieler - ein von Akne geplagter Jugendlicher, der sich einsam die Nächte vor dem Bildschirm um die Ohren schlägt - ist längst überholt. Spieler finden sich in allen Alters- und Gesellschaftsschichten. Trotz der weiten Verbreitung und großen Beliebtheit existieren dennoch eine Menge ablehnender Vorurteile.

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Möglicherweise ist es übertrieben, den Titel „Sozialisationsinstanz" pauschal an Computer- und Konsolenspiele zu vergeben, jedoch ist es sicher nicht übertrieben, sie als gewichtigen Teil der Mediensozialisation Jugendlicher im Allgemeinen zu bezeichnen. Eltern und pädagogisch Tätige sind jedoch nicht immer ausreichend über die Umstände, die Inhalte und die Bedeutung dieser Art Medien im Leben der Jugendlichen informiert. Hier möchte die Bundeszentrale für Politische Bildung mit ihrem Online Angebot www.spielbar.de unter dem Motto „Informieren - Beurteilen - Diskutieren" einen Beitrag leisten, um dieses Informationsdefizit zu verringern und damit erhöhte Handlungssicherheit und Entscheidungshilfen für Eltern und Pädagogen zu ermöglichen.

Können drei bis fünfjährige Kinder einen großräumigen Spielplatz planen? Können sie an Sitzungen teilnehmen, Wahlen durchführen, Vertreter bestimmen und ihre Interessen bei ihrer Tageseinrichtung vertreten? Sind sie in der Lage, über den eigenen Horizont hinaus auch Interessen anderer Kinder und Erwachsener zu berücksichtigen oder sogar einen Ausgleich zwischen möglicherweise abweichenden Interessen anzustreben? Diese Art von Fragen kann (oder muss?) sich derjenige stellen, der über die Integration von demokratischen Prinzipien bzw. einer demokratischen Kultur in den frühesten gesellschaftlichen Institutionen nachdenkt mit denen Kinder als Gruppe konfrontiert sind: Kindergärten und Kindertagesstätten. Jedoch mag man sogleich Bedenken tragen: Wer sind die, die solche Fragen stellen? Handelt es sich bei ihnen möglicherweise um Menschen, die einer Art romantischen Mythos vom „allseits kompetenten Kind" anhängen, stehen im Hintergrund dieser Fragen nichts weiter als Wunschträume und Phantasien von PädagogInnen und ErzieherInnen? Und käme dann der Versuch einer Umsetzung partizipativer Strukturen in den genannten Einrichtungen nicht einer Überforderung der Kinder gleich, der ihren kindlichen Eigenraum, ihren eingeschränkten Horizont und ihre kindliche „Naivität" verletzt?

buch

Im September dieses Jahres wurde der Gerty Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz an Julia Zeh verliehen. Mit diesem Preis wird das gesellschaftspolitische Engagement der Schriftstellerin geehrt. Sie gehört zu den Gegenwartsautoren, die sich zeitgenössischen Fragestellungen widmen. In ihren Romanen setzt sie sich mit brisanten gesellschaftlichen Themen und Problemen auseinander, wie in ihrem aktuellen Roman „Angriff auf die Freiheit", verfasst gemeinsam mit Ilija Trojanow. Tagtäglich werden Milliarden von Daten im Internet verschickt, übermittelt, gespeichert und überprüft. Als vehemente Gegenerin des Überwachungsstaates entwirft sie in ihrem Buch ein Szenario der totalen Kontrolle durch den Staat.

2009 betzavta uni seminarteilnehmer cut

"Was die Verhältnisse der Massengesellschaft für alle so schwer macht, liegt nicht eigentlich, jedenfalls nicht primär, in der Massenhaftigkeit selbst; es handelt sich vielmehr darum, dass in ihr die Welt die Kraft verloren hat, zu versammeln, das heißt zu trennen und zu verbinden." (Hannah Arendt).

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