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Interkulturelle Öffnung - warum eigentlich? Drucken E-Mail
Geschrieben von Jakob Ruster   
Samstag, 22. März 2008

Der Verein für interkulturelle Arbeit (VIA) Bayern und das Projekt LIDIA haben in Kooperation mit IQM - Institut interkulturelle Qualitätsentwicklung München eine Broschüre zu interkultureller Öffnung erarbeitet.
2008_jahr_interkultureller_dialog.jpg

Entstehung

Die Forderung nach einer interkulturellen Öffnung von Einrichtungen entstand in den 80er Jahren vor allem in der Sozialen Arbeit. Die Gesellschaft war vielfältiger geworden. Insbesondere die Zuwanderung von Menschen anderer Herkunft bedeutete für deutsche Institutionen neue Herausforderungen. Die sozialen Dienste erreichten diese Menschen häufig nicht, weil unterschiedliche Barrieren den Zugang verhinderten. Das Gebot der Chancengleichheit und der sozialen Gerechtigkeit gab aber den Anspruch vor, für alle Einwohnerinnen und Einwohner Unterstützung und Hilfe anzubieten. Ein neues Handeln in veränderten Strukturen wurde erforderlich.
Der Prozess der interkulturellen Öffnung bringt viele Vorteile: erhöhte Kundinnen- und Kunden- bzw. Nutzerorientierung, höhere Kreativität durch die Einbeziehung vielfältiger Sichtweisen, die Bindung von Beschäftigten sowie die Schaffung einer produktiven Gesamtatmosphäre können positive Effekte sein.

Erfolgsfaktoren

Folgende Faktoren sind wichtig für das Gelingen interkultureller Öffnung:

  • Prozess der interkulturellen Orientierung und Öffnung als Leitungsaufgabe  wahrnehmen und als langfristige Strategie planen

  • Alle Bereiche der Organisation/des Unternehmens in den Öffnungsprozess einbeziehen: Querschnittspolitik

  • Bezug zum Organisationsauftrag (dem „Kerngeschäft") herstellen

  • Unterstützende Strukturen schaffen sowie Ressourcen und Zeit einplanen

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbinden und über den Verlauf informieren

  • Lebendige Kommunikation und Diskussion initiieren

  • Bisherige erfolgreiche Praxis nutzen und würdigen

  • Schlüsselpersonen gewinnen, z.B. Arbeitnehmervertretung

  • Unterstützung holen durch Vernetzung nach außen

  • Tabuthemen (Vorurteile, Diskriminierung) aufgreifen

  • Ängste vor Veränderung ernst nehmen und somit Motivation und Veränderungsbereitschaft erhöhen

Aktueller Bezug

Die Europäische Kommission hat 2008 als Jahr des Dialogs zwischen den Kulturen ausgerufen.

Inzwischen existiert eine eigene Website dazu, auf der zahlreiche Projekte und Aktionen auf europäischer Ebene dargestellt sind. Die Aktivitäten in Deutschland werden von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gebündelt und übersichtlich dargestellt

In Hinblick auf interkulturelle Öffnung wird deutlich, dass pädagogische Maßnahmen zur Sensibilisierung und individuellen Einstellungs- und Verhaltensänderung allein nicht ausreichen, sondern auch strukturelle Veränderungen nötig sind.

Auf deutscher Seite wird dies auch durch die Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie in das deutsche Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verankert, das Interkulturalität unter dem Vorzeichen von Diskriminierung sehr weit versteht und im öffentlichen wie betrieblichen Bereich Vielfalt umfassend sichern und verankern möchte.

Mit den zwei Rahmen des europäischen Jahres des Dialoges zwischen den Kulturen und der gesetzlichen Verankerung von Gleichbehandlung in Deutschland hat politische Bildung in diesem Jahr eine gute Basis, einen aktiven Beitrag zur Integration in Deutschland zu leisten und diesen auch hinsichtlich institutioneller Konsequenzen weiter zu denken.

Broschüre Interkulturelle Öffnung

2008_logo_lidia.jpgDie Broschüre (DIN A5, 12 S.) fasst in verständlicher Form die wesentlichen Inhalte zum Prozess der interkulturellen Öffnung zusammen, beschreibt Hintergründe und Umsetzungsmöglichkeiten sowie praktische Beispiele.

Hier können Sie die pdf Broschüre Interkulturelle Öffnung(136.79 Kb) komplett als PDF herunterladen.
Wenn Sie Druckexemplare der Broschüre benötigen, gehen Sie bitte auf folgenden Link: http://www.lidia-bayern.de/index.html

Hintergrund:

LIDIA war bis 2007 ein Projekt im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft MigraNet (www.migranet.org ). Die Broschüre wurde gefördert durch den ESF im Programm EQUAL und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Jakob Ruster ist Projektleiter von LIDIA

Kontakt:
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Telefon: 089/4190 2728 

 
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