Netzwerk politische Bildung Bayern
   
Netzwerk
Aktivitäten
Selbstverständnis
Erhebung
Partner
Projektteam
Rundbriefarchiv
Medienberichte
Download
Interview mit Nina Heinze über die Qualitätssicherung bei der Gestaltung von Online-Portalen Drucken E-Mail
Geschrieben von Redaktion   
Mittwoch, 2. April 2008

2008_heinze.jpgNina Heinze ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien und Bildungstechnologie an der Universität Augsburg. Dort leitet sie ein Projekt zur Vermittlung von Informationskompetenz an Hochschulen in Verbindung mit Web 2.0 Technologien. Zudem beschäftigt sich mit verschiedenen Methoden zur Untersuchung von Web Usability beim Communication Lab Ulm. Für Politische Bildung Bayern hat sie das Online-Portal nach heuristischen Richtlinien auf Usability untersucht. 

Frau Heinze, was bezeichnet der Begriff Usability?
Darunter versteht man Nutzungstauglichkeit und Gebrauchstauglichkeit einer Webseite. Die Usability ist das Ausmaß, in der die Seite vom User, dem Nutzer, verwendet werden kann, um Aufgaben zu lösen oder Ziele zu erreichen, wie zum Beispiel eine Kontaktperson zu finden oder einen Artikel herunter zu laden. Im Mittelpunkt steht dabei der User. Dieser soll sich auf der Seite zurechtfinden, relevante Informationen effektiv und effizient finden.

Warum ist die Usability einer Seite wichtig?
Usablity ist wichtig weil nur ein User oder Kunde, der sich auf einer Webseite zurechtfindet, diese auch wieder besuchen wird. Der User muss sich wohl fühlen und die Informationen, die er benötigt, schnell und intuitiv finden. So kehrt ein User immer wieder zur Seite zurück. Demnach profitiert nicht nur der User von einer guten Usability, sondern auch der Anbieter der Seite.

Wie genau kann Politische Bildung Bayern von einer guten Nutzbarkeit der Webseite profitieren?
Gerade bei den Seiten von Politische Bildung Bayern findet der User eine große Menge von interessanten und aktuellen Informationen. Die Informationsdichte ist sehr hoch. Die Usability ist gerade deswegen ein wichtiger Aspekt. Der User muss ohne Probleme genau die Informationen finden können, die er im Augenblick sucht. Je größer die Zahl der dargebotenen Informationen ist, desto schwieriger kann dies für den User sein, da die Komplexität der Vernetzung der Informationen steigt. Politische Bildung Bayern profitiert von einer guten Usability, weil die User so die Seite gezielter nutzen, relevante Informationen schnell und einfach finden, die Seite wiederholt besuchen und wahrscheinlich auch weiter empfehlen.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Webseite auf Usability zu untersuchen?
Es gibt verschiedene Methoden, um eine Webseite zu untersuchen. Dazu gehören beispielsweise Logfile-Analysen, Eye-Tracking-Studien, diverse Befragungsmethoden, oder eben heuristische Evaluationen. Bei der Wahl einer geeigneten Studie kommt es zum einen darauf an, was man sich von einer Analyse erhofft und natürlich auch, welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Im Fall von Politische Bildung Bayern haben wir uns für eine Evaluation nach heuristischen Richtlinien entschieden.

Was bedeutet das: Evaluation nach heuristischen Richtlinien?
Die so genannte heuristische Evaluation gilt als ein Teilgebiet der expertenorientierten Evaluation. Es werden Benutzerschnittstellen mit sinnvollen und gültigen Usability-Prinzipien verglichen. Diese Prinzipien werden als Heuristiken beschrieben und sind nichts anderes als Richtlinien für die benutzerfreundliche Gestaltung von Bedienoberflächen, die auf der Grundlage empirischer Erkenntnisse von Experten entwickelt wurden. Bei der heuristischen Evaluation wird die Website umfassend und systematisch begutachtet. Diese Form der Evaluation bietet eine relativ kostengünstige Möglichkeit, Schwachstellen in der Usability zu erkennen.

Diese Methode haben sie bei den Webseiten von Politische Bildung Bayern angewandt?

Ja. Bei der Auswahl der Heuristik wurde der so genannte Cognitive Expert Walkthrough gewählt. Das ist ein Verfahren, bei dem die Seiten nach einem vorgegebenen Kriterienkatalog bewertet werden. Es wurden die sehr umfangreichen Kriterien von Jakob Nielsen zu Grunde gelegt. Diese sind mit 26 Kategorien und 113 Parametern mit die umfangreichsten Richtlinien, um Webseiten zu evaluieren.

Und wie hat die Webseite von Politische Bildung Bayern abgeschnitten?
Sehr gut, muss ich freudig sagen. Es gab natürlich einige Schwachstellen, die aufgedeckt werden konnten. Dazu zählen zum Beispiel eine nicht durchgängige Gestaltung einiger Schnittstellen oder überflüssige Navigationsschritte bei der Suche nach bestimmten Informationen. Formale Schwachpunkte wie Browserinkompatibilität oder unnötige Verlinkungen wurden auch gefunden. Alle Probleme und Schwachstellen können jedoch ohne großen Aufwand behoben werden.

Was zeichnet die Webseiten als positiv aus?
Die Webseiten des Netzwerks Politische Bildung Bayern sind für seine unterschiedlichen Zielgruppen durchaus nutzerfreundlich gestaltet. Sie zeichnen sich durch eine überwiegend klare Navigation und deutliche Darstellung der Inhalte aus. Der User benötigt keine besonderen Fähigkeiten oder Kenntnisse, um die Dienste des Portals zu nutzen. Dies ist bei Politische Bildung Bayern besonders wichtig, da man nicht davon ausgehen kann, dass potentielle User gute Vorkenntnisse in der Internetnutzung haben.

Frau Heinze, vielen Dank für das Gespräch.

pdf_ico.gif
Den Evaluationsbericht können Sie sich hier als PDF-Dokument herunterladen .

 

 
Anmeldung





Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren

Klicken Sie auf Registrieren um sich ein Benutzerprofil anzulegen.

Forum 2008
community_40.png Dokumentation und Berichte zum Netzwerkforum 2008
Projektbericht
Die Ergebnisse der bayernweiten Erhebung zur Situation der politischen Bildung zusammengefasst im Projektbericht:

pdf Download 724.57 Kb

 
footer
Das Projekt "Politische-Bildung-Bayern" wird gefördert durch:
Bayerische Landeszentrale für politische BildungsarbeitUniversität Augsburg
© Politische-Bildung-Bayern.net