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Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt der Film wie durch
gezielte Manipulation und Gruppenzwang schrittweise Prinzipien einer Diktatur
eingeführt werden können. Der Film läuft seit 13. März im Kino.
Gymnasiallehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) lehrt an einer deutschen Schule.
Die Idee für sein pädagogisches Experiment wird während einer Projektwoche zum
Thema „Staatsformen" geboren. Sein Ziel ist, den Schülern die Entstehung einer
Diktatur zu demonstrieren. Innerhalb weniger Tage entwickelt sich eine
Gruppierung „Die Welle"
innerhalb der Schule, die sich durch Logo, Uniform und einem geheimen Gruß von
anderen kontrastiert. Das Experiment verselbständigt sich und scheint außer
Kontrolle zu geraten. Die Gruppenmitglieder und ihre Führerfigur scheinen sich in den
Rollen gut zu gefallen. Wie geht es nun weiter?
Das pädagogische Experiment hat
tatsächlich 1967 an einer kalifornischen High School in Palo Alto
stattgefunden. Der Geschichtslehrer Ron
Jones wurde durch eine Frage eines Schülers zum Nachdenken angeregt und
führte dieses außergewöhnliche Experiment durch. Der Schüler fragte: „Wie kann
es sein, dass die Deutschen nichts über die Judenvernichtung mitbekommen
haben?" Sein Lehrer konnte ihm keine Antwort darauf geben. Aber in den nächsten
Tagen führte er strenge disziplinarische Verhaltensregeln in der Klasse ein und
verlangte den absoluten Gehorsam. Eines Tages führte er einen geheimen Gruß ein
und später die Mitgliederkarten. Alles schien wunderbar zu funktionieren und
das erstaunliche war, dass seine Schüler effektiv lernten und dem Lehrer genau
zuhörten. Sie akzeptierten seine Autorität und die aufgestellten Regeln.
Darüber hinaus waren einige bereit ihre Freunde und sogar Familienmitglieder,
die sich abwertend über „die Welle" äußerten, an Mr. Jones zu melden. Das
Experiment weitete sich über die Klasse hinaus aus und da wurde Ron Jones klar,
dass das ganze Vorhaben aus den Fugen gerät. Ein faszinierendes Beispiel für den
Gruppenzwang und Drill, die zu zentralen Elementen einer Diktatur zählen.
Diese wahre Geschichte (die gottlob weniger dramatisch endete als die Verfilmung) regte in
den 80er Jahren den Schriftsteller Morton Rhue zu einem
gleichnamigen Roman „Die Welle" an, der auch eine erste Verfilmung nach sich zog. Schon damals sorgte das Buch für reichlich
Diskussionsstoff zum Thema Faschismus und Konformität. Und schon damals wie
auch heute fragte man sich: Wie leicht lassen wir uns zur Gleichheit und zur
Gruppenzugehörigkeit verführen? Wie viel einfacher ist es dazuzugehören, statt
dagegen zu agieren? Wie viel einfacher ist es zu schweigen, weg zu sehen, statt
anzusprechen und zu konfrontieren?
An dieser Stelle möchte ich die
Kritik der BR-Online
Redaktion zitieren, die dazu ganz zutreffend folgendes schrieb (12.03.08):
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"Der Film ist durch
und durch modern, hip, cool. Die Jungschauspielerriege um Max Riemelt,
Frederick Lau und Jennifer Ullrich darf popkulturell beflissen in gut
geschriebenen Jugendslang-Dialogen parlieren.
Doch man wird das
Gefühl nicht los, dass der Film zu gewollt, zu oberflächlich bleibt. Die
Dimension seines Themas verpufft in schneller Effektdramaturgie. Die
Debattenfolie "Nationalsozialismus" ist lediglich Aufhänger für einen
typischen Genremix: "Coming-of-age" trifft
"Highschooldrama" trifft "Thriller". Gut gemacht, aber irgendwie
unbefriedigend."
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Weitere
Informationen:
Die Internetseite zum Film, auf der auch Materialien für den Einsatz im Unterricht zum Download bereitstehen:
http://www.welle.film.de/
Informationen zur wahren
Geschichte finden Sie auf dieser Seite:
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground
/1577/nazis_fuer_fuenf_tage.html
Auf dieser Seite finden Sie ein
Interview mit Ron Jones:
http://www.kino.prosieben.de/kino_dvd/artikel/50092/index.php
Ein Gespräch zum Thema Faschismus
aus der Perspektive der Filmemacher und Aussteiger aus der rechten Szene:
http://monalisa.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,7166739,00.html
Ein Interview der SZ mit Dennis
Gansel zum Film:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/429/162975/
Kritische Stimmen zum Film und
über die Diskussion zum Film:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/704/163249/
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