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Ob biologisch angebaute
Lebensmittel, fair gehandelte Produkte, Strom aus erneuerbaren Energiequellen
oder giftfreie Kleidung - „öko" liegt im Trend. Rund ein Drittel der Menschen
in Deutschland gehören Studien zufolge zu den kritischen Konsumenten (lohas.de
-> Presse). Ethische und ökologische Kriterien sind für sie bei der
täglichen Konsumentscheidung ausschlaggebend. Bei diesen Menschen, den
sogenannten LOHAS („lifestyle of health and sustainability"), kommt jedoch eine
andere Einstellung und Sichtweise zum Tragen, als in der Öko-Bewegung der 70er
und 80er Jahre.
Vor 30 Jahren ging es um Verzicht
und Verweigerung, um Protest gegen eine Welt, die Status und Konsum zunehmend
an die Stelle von Werten und Orientierung stellt.
Die meisten Menschen, die heute
Kriterien der Nachhaltigkeit berücksichtigen, möchten gleichzeitig aber nicht
auf Genuss und Lebensqualität verzichten. Stimmt die Ökobilanz, ist zeitgemäßes
Design wichtiger als Konsumverzicht. Diese Menschen sind eher pragmatisch als
idealistisch eingestellt, sie sind alles andere als die neue Elite der
Konsumverweigerer.
In diesem Zusammenhang stellen
sich jedoch einige Fragen: Ist dieser hedonistisch-ökologische Lebensstil
tatsächlich der Königsweg? Oder sollte man nicht den gesamten westlichen
Lebensstil grundsätzlich in Frage stellen, wenn man davon ausgeht, dass es
keine Berechtigung für die Anrainerstaaten des Nordatlantik gibt, die Umwelt
mehr zu belasten, als die Menschen in Brasilien oder Indien?
Bleibt ein ökologisch korrekteres
Verhalten nur denen vorbehalten, die über ausreichend Geld verfügen? Denn
obwohl Öko-Strom und -Lebensmittel inzwischen günstiger geworden sind, können
sich Geringverdienende unter dem Strich die grüne Warenwelt nicht leisten.
Die LOHAS geben also auch Anlass
dazu, sich kritische Fragen zu Umweltschutz und Gesundheit, den Aufgaben der
Politik und den eigenen Handlungsmöglichkeiten zu stellen.
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Mehr zu diesem Thema finden Sie
unter:
www.lohas.de
oder
www.utopia.de
oder im Basisbrief - Mitgliederinfo
für Bündnis 90 / Die Grünen in Bayern (Ausgabe März 08)
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