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| Studienforum auf dem Dokumentationszentrum |
Unter
der Beteiligung von rund 100 Multiplikator/innen hat am 23. April 2008 im
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg das erste
Vernetzungsforum Politische Bildung Bayern stattgefunden. Eine Vielzahl sehr
unterschiedlicher Entscheidungsträger aus Schulen, Jugendverbänden,
Gedenkstätten, Erwachsenenbildung, Politik und Universitäten kamen zusammen;
über 20 aktuelle und zukunftsweisende Projekte politischer Bildung wurden auf
einem Projektmarkt vorgestellt.
Unter dem Motto voneinander lernen - miteinander gestalten - gemeinsam umsetzen begann damit
nach einer bayernweiten Erhebung und der virtuellen
Vernetzung eine neue Phase des Netzwerkes
Politische Bildung Bayern.
Die
Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit vom Projektteam des Netzwerkes
geplant und durchgeführt.
Projektleiter Dr. Christian Boeser von der Universität Augsburg und Florian
Wenzel von der Akademie Führung & Kompetenz am CAP München moderierten den Tag.
das Motto des ersten Netzwerkforums
Zu
Beginn stellte Martina Christmeier vom Dokumentationszentrum Nürnberg
die
kritische Auseinandersetzung mit Geschichte in Hinblick auf politische Bildung
vor, die bereits in der architektonischen (Neu)Gestaltung des
Dokumentationszentrums als Seminarort sichtbar ist und in seiner
programmatischen Kombination von historischer Bildung und Demokratie-Lernen
umgesetzt wird. Das Dokumentationszentrum selbst ist in seiner Arbeitsweise auf
Vernetzung hin ausgelegt und arbeitet mit zahlreichen lokalen und regionalen
Partnern zusammen. Bernd Sibler, Staatssekretär beim Staatsministerium für
Unterricht und Kultus, betonte in seinem Impuls die Chance, mit
institutionenübergreifender Vernetzung gezielter an innovativen und zielgruppenspezifischen
Projekten politischer Bildung zu arbeiten und so gerade junge Menschen neu für
politische Themen zu begeistern. Es sei auch das politische Interesse, mit der
Vernetzungsinitiative durch die Bündelung von Kräften und das Lernen von guten
Beispielen politische Bildung voran zu bringen.
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„Kräfte
bündeln, aus guten Beispielen lernen – das sind unsere großen Chancen, die
politische Bildung voranzubringen“
Staatssekretär
Bernd Sibler
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Dr. Claudia Fahrenwald von der
Universität Augsburg unterstrich die Notwendigkeit, die Vernetzung politischer
Bildung selbst demokratisch zu gestalten. Sie stellte den Ansatz einer community of practice vor, der Aspekte des sozialen
Austauschs und der gemeinschaftlichen Kommunikation als zentral für die
Entwicklung von innovativen Praxisprojekten ansieht.
Martina Christmeier, Bernd Sibler, Claudia Fahrenwald
An diese Aspekte knüpften die anschließenden wertschätzenden Interviews unter den Teilnehmenden über eigene Motivationen und
Visionen zu politischer Bildung in Bayern an. In einem
institutionenübergreifenden Austausch wurden dabei neue Kontakte geknüpft und
gemeinsame Ressourcen gesammelt, die exemplarisch im Plenum präsentiert wurden.
Dabei wurde deutlich, dass es nicht an Potential und Innovation politischer
Bildung in Bayern mangelt, sondern an fehlenden direkten und persönlichen
Interaktionsstrukturen, die Projektideen auch in die Praxisumsetzung bringen.
Stellwand mit Themen und Projekten des Open Space
Der
Austausch bildete eine Basis für einen Open Space in dem Themen und Projekte konkretisiert wurden. „Miteinander gestalten und
gemeinsam umsetzen" wurden damit zentrale Elemente des Forums. Die
Teilnehmenden benannten 14 für aktuelle politische Bildung relevante Themen und
Projektideen. In selbstorganisierten Arbeitsgruppen wurden Fragestellungen
konkretisiert, Ideen ausgetauscht und erste konkrete weitere Arbeitsschritte
vereinbart.
Die Koordinationsstelle
des Netzwerks wird die entstehenden Praxisprojekte gezielt begleiten und weiter
unterstützen. Daneben werden Weiterbildungsmodule zu als wichtig
identifizierten Themen und Methoden politischer Bildung über das Netzwerk
angeboten. Über die Internetseite www.politische-bildung-bayern.net können Projekte und Referent/innen
recherchiert und eigene Projektideen beigesteuert sowie Unterstützung
angefordert werden.
zwei der Open Space Arbeitsgruppen
Ergänzt
wurden der Austausch und die Konkretion von Projektideen der Teilnehmenden
durch die Präsentation von ausgewählten laufenden Projekten politischer Bildung
sowie einen umfassenden Projektmarkt: Werner Karg von der bayerischen
Landeszentrale für politische Bildungsarbeit präsentierte das Projekt 11Tausend des Stadtjugendrings Augsburg, das mit einem
sehr unkonventionellen Ansatz und einer Wahlwette zahlreiche Jungwähler in
Augsburg im Vorfeld der Kommunalwahl mobilisieren konnte. Es zeigte
beispielhaft auf, wie gerade Jugendliche durch einen gezielt un-politischen
Einstieg schrittweise für ihre eigenen Belange und weiter gehend allgemeine
politische Themen begeistert werden können.
Simone
Richter von der Projektstelle gegen Rechtsextremismus und
Monika Franz von der Landeszentrale stellten das
geplante „Serviceforum gegen Rechtsextremismus" vor, welches bayernweit
Materialien bereitstellen und Institutionen sowie Referent/innen in diesem Themenfeld
vernetzen soll. Ab Juni 2008 wird eine entsprechende Internetseite
freigeschaltet. Die Initiatorinnen luden alle Beteiligten ein, an der Planung
und Fortentwicklung mitzuwirken (http://www.bayerisches-buendnis-fuer-toleranz.de )
Mit
einem Blick über den Tellerrand stellte DI Alexander Banfield-Mumb vom
Demokratiezentrum Wien die neue Demokratie-Initiative
Österreichs, die sich nach der generellen Absenkung
des Wahlalters auf 16 Jahre mit sehr unkonventionellen Ansätzen präsentiert.
Unter anderem wird mit polipedia.at
(die Website befindet sich noch im Aufbau) ein internetbasiertes multimediales
Lehrbuch in Zusammenarbeit mit Jugendlichen entwickelt, welches zu den Themen
Demokratie, Politik und Partizipation aktuelle jugendgerechte Zugänge wie
Wikis, Blogs, Foren, Videoclips etc. verwendet.
Statt
einer klassischen Mittagspause luden die Veranstalter zum „Projektbrunch", bei
dem die Gelegenheit bestand, mit 21 Projekten politischer Bildung und deren
Initiator/innen ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig wurde dargestellt, wie die
Vernetzung politischer Bildung modellhaft in Bayerisch Schwaben begonnen hatte und welche Netzwerkinitiativen und
Praxisbausteine daraus bereits entwickelt wurden.
Zum
Abschluss des ersten Vernetzungsforums betonte Monika Franz als Vertreterin des
Projektpartners das Signal des Aufbruchs einer neuen Art der Vernetzung
politischer Bildung in Bayern, nicht zuletzt durch das gelungene Tagungsformat
und die große aktive Beteiligung der Teilnehmenden. Sie lud zum zweiten
Netzwerkforum ein, das vom 31. März - 1. April 2009 in Zusammenarbeit mit der
Evangelischen Akademie in Tutzing am Starnberger See stattfinden wird.
das Motto des ersten Netzwerkforums
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