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„Ortswechsel" das diesjährige Motto des Augsburger
Friedensfestes, bezieht sich auf einen der Kernpunkte des Augsburger
Religionsfriedends von 1555, das Emigrationsrecht (ius emigrandi) für andersgläubige
Untertanen und lässt gleichzeitig viel Raum für den aktuellen Bezug, im
Mittelpunkt steht hierbei das Thema Emigration. Das Programm rund um das
Augsburger Friedensfest am 08. August 2008 steht nun zum Download zur Verfügung.
Dabei bewegt sich das Konzept zum diesjährigen Augsburger Hohen
Friedensfest an fünf inhaltichen Zielsetzungen entlang:
Ortswechsel und
Menschenrechte:
Das ius emigrandi ist früher Vorläufer der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Jeder
hat das
Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land
zurückzukehren." (Art. 13, 2) und „Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor
Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen." (Art. 14, 1)
In diesem Zusammenhang lenkt das PAX-Programm zum Thema Ortswechsel den Blick
auf folgende Fragen: Wo wurde und wird aktuell Menschen das Recht auf
Emigration und Freizügigkeit verwehrt? Wie werden Staat und Gesellschaft
ihrer Verantwortung gegenüber Verfolgten gerecht?
Ortswechsel und Flucht/ Vertreibung:
In allen Erdteilen und zu allen Zeiten
wurden und werden Menschen verfolgt, zur Flucht gezwungen und/oder vertrieben.
PAX 08 möchte die Geschichte(n) von Betroffenen im unmittelbaren Umfeld ins
Zentrum der Betrachtung stellen. Der Blick richtet sich
hier - im Speziellen - auf Vertriebene aus Augsburg und dem schwäbischen Raum
wie auf Vertriebene und Flüchtlinge, die hier Zuflucht gefunden haben. - Mit
Rückbezug auf den Augsburger Religionsfrieden gilt auch religiös motivierten/basierten
Fällen von Vertreibung bzw. Umsiedlung besonderes Interesse.
Ortswechsel und (religiös motivierte) Suche - Pilgerschaft
Freiwillige
Emigration bedeutet - wie auch immer geartete und motivierte - Suche: nach
Meinungs-, Religions- und Gewissensfreiheit, nach einem Chancen und
Perspektiven eröffnenden Lebensumfeld... (Politisches) Exil und „innere
Emigration" gehören in diesen Zusammenhang, auch die großen Auswanderungswellen
zu verschiedenen Zeiten (z. B. auch von Deutschen im 19.Jahrhundert!) - wobei
gerade hier deutlich wird, dass erzwungene und freiwillige Ortswechsel nicht immer
scharf zu trennen sind. Häufig scheint hier das Motiv gegeben, dass „Orte" bzw.
der gesellschaftliche Kontext sich wandeln und (geistige) Heimat verloren geht.
Ortswechsel und Heimat/Identität
Lässt
sich Heimat überhaupt an einem Ort festmachen? Tragen Menschen nach Heinrich
Heines Begriff des „portativen Vaterlands" ihr Zuhause, ihr Selbstverständnis
und ihre Identität (unveränderlich) in und mit sich? Oder hat umgekehrt der „Ortswechsel",
die Begegnung mit dem „Anderen" - mit fremden Kulturen, Denk- und Lebensweisen -
Einfluss auf das eigene Verhalten und Selbstbild? Wie gehen Menschen mit den
durch „Ortswechsel" bedingten Erfahrungen um? Welche Veränderungen,
Neudefinitionen (und Herausforderungen!) ergeben sich dadurch für den
Einzelnen, für Gesellschaften und Kulturen?
Ortswechsel - Perspektivwechsel
Temporäre Ortswechsel
als Perspektivwechsel werden in unserer zunehmend „entgrenzten" und globalisierten
Welt mehr und mehr zur (notwendigen) Selbstverständlichkeit. Perspektivwechsel ermöglichen
eine andere Sicht der Dinge. Sie erweitern die Möglichkeiten des Einzelnen und
sind Schlüssel
zum Verständnis des „Anderen". Darüber
hinaus wird Perspektivwechsel als wesentliches Prinzip zur Umsetzung und „Inszenierung"
des Programms verstanden. Der veränderte Blickwinkel ist Vehikel für den Dialog zwischen
Kulturen und Religionen, für Austausch, Begegnung und Akzeptanz.
Auch wenn das Rahmenprogramm zum Augsburger Friedensfest
verstärkt in den Zeitraum vom 07. Juli bis 08. August 2008 fällt, finden schon
jetzt einige Veranstaltungen statt.
Bereits in den Pfingstferien hat ein Interkulturelles Jugendprojekt des PAX-Büros
der Stadt Augsburg, in Kooperation mit der Kommunalen Jugendarbeit der Stadt
Augsburg stattgefunden.
Mehrere Jugendliche hatten hierbei die Gelegenheit fünf Tage bei einer Familie
zu leben, die sich von ihrer Herkunftsfamilie kulturell und religiös
unterscheidet, um deren Lebensumfeld als Familienmitglied kennen zu lernen. Ein
Perspektivwechsel, der zur Öffnung und zum Austausch zwischen Kulturen und
Religionen, zum Abbau eventueller Vorurteile und zu einem weiterreichenden
Verständnis füreinander beiträgt.
Das interkulturelle Jugendprojekt soll auch im nächsten Jahr wieder
stattfinden.
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Das inhaltliche Konzept, das Programm zum Download,
Informationen zum interkulturellen Jugendprojekt, sowie alles Weitere rund um das
Augsburger Friedensfest finden Sie hier auf den Seiten der Stadt Augsburg.
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