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Vor dem Hintergrund gesellschaftlichen Wandels und der
Öffnung zur Bürgergesellschaft und Bürgerkommune diskutieren Jugendforscher und
Praktiker außerschulischer Jugendarbeit Projekte der Partizipation von Kindern
und Jugendlichen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Brasilien. Die
Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist vielerorts Bestandteil aktueller gesellschaftlicher Debatten über den Wandel im
Staatsverständnis, über die Zukunft des demokratischen Systems, über Menschen-
und Bürgerrechte von Kindern und Jugendlichen, der nachhaltigen lokalen und globalen Entwicklung (Rio-Agenda
21), des demographischen Wandels (Generationengerechtigkeit), der Zukunft von
Dörfern und Städten (kinder- und familienfreundliche Kommune), und der neueren
Theorie und Praxis von Planungsverfahren (kommunikative und kooperative
Planung, Kinder/Jugendliche als Experten) (vgl. Olk/Roth 2007).
Ein Modellprojekt zur Partizipation von Jugendlichen
in drei bayerischen Kommunen, das vom Bayerischen
Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Deutschen
Kinderhilfswerk e.V., Berlin, Robert Bosch Stiftung, Stuttgart und der
InWEnt-Servicestelle Kommunen in der Einen Welt aus Bonn gefördert wurde, schloss
mit der Internationalen Tagung „Jugendliche gestalten ihre Zukunft in
der Gemeinde mit“ ab. Dazu hatte die Ökologische Akademie e.V., Linden und die
Ludwig-Maximilians-Universität München im März 2007 nach München eingeladen.
Die interessantesten Beiträge und Ergebnisse der
Internationalen Tagung im März 2007 an
der LMU München wurden von Thomas
Ködelpeter, Ökologische Akademie e.V., Linden und Ulrich Nitschke, Leiter der
Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von InWent gGmbH, Bonn zusammengefasst
und unter dem Titel „Jugendliche planen und gestalten Lebenswelten“ herausgegeben. Dabei geht es um praktische Modelle der
Partizipation von Kindern und Jugendlichen in lokalen, regionalen, nationalen
und Länder übergreifenden Kontexten, um theoretische Ansätze zum
Wandel der Lebenswelt von Jugendlichen, die Evaluationen von Modellvorhaben und
um die Qualifizierung erwachsener und jugendlicher MultiplikatorInnen.
Im Fokus stehen nicht die gängigen Formen repräsentativer
Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Kinder- und Jugendparlamenten,
Jugendgemeinderäten oder Jugendbeiräten, sondern offene und projektorientierte
Formen der Beteiligung, offene Zugänge
und zeitlich befristetes, erfolgsorientiertes Arbeiten in überschaubaren
Projekten, meist angesiedelt im eigenen
Lebensraum. Sie entsprechen in stärkerem Maße den Wünschen und Interessen
von Kindern und Jugendlichen (vgl.
Bruner/Winkelhofer/Zinser, 1999 und 2001, Fatke/Schneider, 2005, Hafeneger/
Jansen/Niebling, 2005, Knauer/Friedrich/Hermann/Liebler, 2004)
Das Spektrum der Beiträge reicht von der Beteiligung am
Bürgerhaushalt in Berlin und in brasilianischen Städten,
generationsübergreifenden Projekten bis hin zu Partizipation am
Flächennutzungsplan der Stadt Velbert/Nordrhein-Westfalen und in der
Gemeindeentwicklung.
Angesprochen werden PädagogInnen und SozialarbeiterInnen,
KommunalpolitikerInnen und VerwaltungsmitarbeiterInnen, JugendforscherInnen,
Stadt- und RegionalplanerInnen und
Studierende.
Weitere Informationen zum Buch und Bestellmöglichkeit
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Zum Download:
Ködelpeter/Nitschke, Einführung : Beteiligung von Kindern und Jugendlichen-Voraussetzungen nachhaltiger Entwicklung vor Ort , Seite 11-15 (51.71 Kb)
Quellen:
Bruner,
Claudia F./Winklhofer, Ursula/Zinser, Claudia (1999): Beteiligung von Kindern
und Jugendlichen in der Kommune. Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung,
München
Bruner,
Claudia F./Winklhofer, Ursula/Zinser, Claudia (2001): Partizipation ein
Kinderspiel? Beteiligungsmodelle in Kindertagesstätten, Schulen, Kommunen und
Verbänden, München
Fatke,
Reinhard/Schneider, Helmut (2005): Kinder- und Jugendpartizipation in
Deutschland – Daten, Fakten, Perspektiven, Bertelsmann Stiftung (Hrsg.),
Gütersloh
Hafeneger,
Benno/Jansen, Mechthild, M./Niebling, Torsten (Hrsg.) (2005): Kinder- und
Jugendpartizipation. im Spannungsfeld von Interessen und Akteuren, Opladen
Knauer,
Reingard/Friedrich, Bianca/Herrmann, Thomas; Liebler, Bettina (2004):
Beteiligungsprojekte mit Kindern und Jugendlichen in der Kommune. Vom
Beteiligungsprojekt zum demokratischen Gemeinwesen, Wiesbaden
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Durch die gute Zusammenarbeit im Jugendprojeklt mit dem Kulturamt konnte der
Boden für ein weiteres Projekt geschaffen werden. Mit dem Leiter des Kulturamtes und weiteren Akteuren wurde ein
Steuerungskreis gebildet um das Bobinger Flussprojekt "Leben mit der Singold“ angehen zu
können. Inzwischen wurde dieses Projekt erfogreich abgeschlossen.
Projekt „Leben mit der Singold“ in Bobingen
abgeschlossen
Die Singold ist wieder im
Bewusstsein
„Mit
unterschiedlichen Themen und
Schwerpunksetzungen ist es der
Ökologischen Akademie e.V., Linden
gelungen, so Waltraud Wellenhofer, die 3. Bürgermeisterin der Stadt Bobingen,
die vergessene Singold wieder auf die politische Tagesordnung zu setzen und bei
vielen die Liebe zum heimatlichen Fluss zu wecken.“
Thomas Ködelpeter, der Leiter des partizipativen Prozesses,
fasste im abschließenden Reflexions-workshop vor den Mitglieder der
Steuerungskreises Intention und Ziele
zusammen. Ermöglicht wurde „Leben mit der Singold“ durch eine Förderung des Bayerischen Umweltministeriums und eine
finanzielle Unterstützung der Stadt Bobingen, die sich als Kooperationspartner
an dem Projekt engagierte. Zahlreiche Bobinger Vereine, aktive Bürger und
Bürgerinnen, Eltern und Kinder, die Singold- und Laurentius-Grundschule und der
Kindergarten St. Felicitas trugen mit ihren Beiträgen und ihrer Teilnahme zum
Erfolg des Projekts bei. „Das Ziel, die Singold mit ihrer Geschichte, Nutzung,
Qualität und Chancen ins öffentliche Bewusstsein zu holen und die vergangene,
gegenwärtige und künftige Bedeutung und Nutzung mit konkreten Aktionen
erfahrbar zu machen und zu gestalten,
resümierte Ködelpeter, sei
Schritt für Schritt aufgegangen“.
Mit dem Bau des kleinen Brotbackofens an der Mittleren Mühle
durch die Schüler der Praxisklasse der Dr. Jaufmann – Volks-/Hauptschule unter
der fachlichen Leitung von Maurermeister Richard Zerle mit der schulischen
Begleitung durch Franz Strehler
(Lehrer) und durch den Wasserspielplatz,
ein Partizipationsprojekt von
Kindern, Eltern, Erzieherinnen und Lehrern
wurde deutlich, wie aus Denken und Handeln für Bobingen wertvolle Lebensqualität
entstanden ist.
In der Antwort auf die Frage, womit das Projekt nachhaltige
Wirkungen erzielen konnte, waren sich die Mitglieder des Steuerungskreises
schnell einig; „bei der Bürgerschaft,
in der Politik und Verwaltung hat sich ein Bewusstsein für die Singold
entwickelt“. Im Projektverlauf sind
auch zahlreiche neue Partnerschaften und Vernetzungen zwischen Personen und
Bobinger Vereinen entstanden. Und die abschließende Flusskonferenz ließ großes
Interesse an einer gemeindebergreifenden Zusammenarbeit für eine lebendige
Singold erkennen.
Kontrovers fielen die Statements zu der Frage aus, worin
Schwierigkeiten oder Schwachstellen der Projektdurchführung lagen. Während einige Mitglieder anmerkten,
dass die Mehrzahl der Bobinger nicht aus der Reserve gelockt werden konnte,
konstatierten andere eine kontinuierliche Information der Bürgerschaft,
Politik, Verwaltung und der Presse. Zum Bekanntheitsgrad des Projektes befragt,
gaben auf dem Bobinger Fischtag /Juli 2008) 66% der 75 Befragten an, dass sie
das Projekt „Leben mit der Singold“ kennen.
Wie könnte es nach
dem Projektende weitergehen?
Projekte haben bekanntlich einen Anfang und ein Ende.
Deshalb stand auch die Frage, wie es nach dem Ausscheiden der Ökologischen
Akademie als Projektmanager weitergehen könnte, im Raum.
Die Weiterarbeit für eine lebendige, naturnahe Singold in
Bobingen und im gesamten Flussraum werde, so die Mitglieder der
Steuerungsgruppe, nur gelingen, wenn es aktive Personen und Einrichtungen gibt,
die sich dieser Aufgabe annehmen. Große Hoffnungen setzen die Akteure in die Zusammenarbeit von Fischereiverein
Bobingen, Bund Naturschutz OV Bobingen, Stadtverwaltung Bobingen, Mühlenverein,
Kunstmühle Hefele und Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. Ottmar Vellinger (BN)
signalisierte, dass die lokale Weiterarbeit an der Singold zu Beginn des kommenden Jahres mit einer
professionellen Unterstützung rechnen könne.
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Die Ökologische Akademie beteiligt sich 2009/2010 mit zwei
Partizipationsprojekten, der „Flussallianz:
Lebendige Singold“ und
„Lebendige Flüsse im Begegnungsland Lech-Wertach“ ,einem Schulprojekt, im
Regionalen Entwicklungskonzept (REK)
des Begegnungsland Lech-Wertach e.V.

Augsburger Videoclub
drehte Dokumentarfilm über „Leben mit der Singold“
Die Mitglieder des Augsburger Videoclubs begleiteten das
Projekt von der ersten Veranstaltung im März
bis zum Reflexionsworkshop im November
2008. Entstanden ist daraus ein
95 minütiger Dokumentarfilm, der Anfang 2009 in Bobingen Premiere haben wird.
Ansprechpartner: Videoclub Augsburg, c/o Georg Merz, E-Mail:
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Kontakt:
Ökologische Akademie e.V.
Thomas Ködelpeter
Baiernrainer Weg 17
83623 Dietramszell/Linden
E-Mail:
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Homepage: www.oeko-akademie.de
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