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Jugendliche planen und gestalten Lebenswelten Drucken E-Mail
Geschrieben von Thomas Ködelpeter   
Freitag, 2. Januar 2009

ideenschmiedeVor dem Hintergrund gesellschaftlichen Wandels und der Öffnung zur Bürgergesellschaft und Bürgerkommune diskutieren Jugendforscher und Praktiker außerschulischer Jugendarbeit Projekte der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Brasilien. Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist vielerorts Bestandteil aktueller gesellschaftlicher Debatten über den Wandel im Staatsverständnis, über die Zukunft des demokratischen Systems, über Menschen- und Bürgerrechte von Kindern und Jugendlichen, der nachhaltigen lokalen und globalen Entwicklung (Rio-Agenda 21), des demographischen Wandels (Generationengerechtigkeit), der Zukunft von Dörfern und Städten (kinder- und familienfreundliche Kommune), und der neueren Theorie und Praxis von Planungsverfahren (kommunikative und kooperative Planung, Kinder/Jugendliche als Experten) (vgl. Olk/Roth 2007).

Ein Modellprojekt zur Partizipation von Jugendlichen in drei bayerischen Kommunen, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Deutschen Kinderhilfswerk e.V., Berlin, Robert Bosch Stiftung, Stuttgart und der InWEnt-Servicestelle Kommunen in der Einen Welt aus Bonn gefördert wurde,  schloss  mit der Internationalen Tagung „Jugendliche gestalten ihre Zukunft in der Gemeinde mit“ ab. Dazu hatte die Ökologische Akademie e.V., Linden und die Ludwig-Maximilians-Universität München im März 2007 nach München eingeladen.

Die interessantesten Beiträge und Ergebnisse der Internationalen Tagung  im März 2007 an der LMU München  wurden von Thomas Ködelpeter, Ökologische Akademie e.V., Linden und Ulrich Nitschke, Leiter der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von InWent gGmbH, Bonn zusammengefasst und unter dem  Titel „Jugendliche planen und gestalten Lebenswelten“ herausgegeben. Dabei geht es um praktische Modelle der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in lokalen, regionalen, nationalen und Länder übergreifenden Kontexten, um theoretische Ansätze zum Wandel der Lebenswelt von Jugendlichen, die Evaluationen von Modellvorhaben und um die Qualifizierung erwachsener und jugendlicher MultiplikatorInnen.

Im Fokus stehen nicht die gängigen Formen repräsentativer Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Kinder- und Jugendparlamenten, Jugendgemeinderäten oder Jugendbeiräten, sondern offene und projektorientierte Formen der Beteiligung,  offene Zugänge und zeitlich befristetes, erfolgsorientiertes Arbeiten in überschaubaren Projekten, meist angesiedelt  im eigenen Lebensraum. Sie entsprechen in stärkerem Maße den  Wünschen und  Interessen von Kindern und Jugendlichen  (vgl. Bruner/Winkelhofer/Zinser, 1999 und 2001, Fatke/Schneider, 2005, Hafeneger/ Jansen/Niebling, 2005, Knauer/Friedrich/Hermann/Liebler, 2004)

Das Spektrum der Beiträge reicht von der Beteiligung am Bürgerhaushalt in Berlin und in brasilianischen Städten, generationsübergreifenden Projekten bis hin zu Partizipation am Flächennutzungsplan der Stadt Velbert/Nordrhein-Westfalen und in der Gemeindeentwicklung.

Angesprochen werden PädagogInnen und SozialarbeiterInnen, KommunalpolitikerInnen und VerwaltungsmitarbeiterInnen, JugendforscherInnen, Stadt- und RegionalplanerInnen und  Studierende.

Weitere Informationen zum Buch und Bestellmöglichkeit 

Zum Download:

pdf Ködelpeter/Nitschke, Einführung : Beteiligung von Kindern und Jugendlichen-Voraussetzungen nachhaltiger Entwicklung vor Ort , Seite 11-15 (51.71 Kb)

Quellen:

Bruner, Claudia F./Winklhofer, Ursula/Zinser, Claudia (1999): Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Kommune. Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung, München

Bruner, Claudia F./Winklhofer, Ursula/Zinser, Claudia (2001): Partizipation ein Kinderspiel? Beteiligungsmodelle in Kindertagesstätten, Schulen, Kommunen und Verbänden, München

Fatke, Reinhard/Schneider, Helmut (2005): Kinder- und Jugendpartizipation in Deutschland – Daten, Fakten, Perspektiven, Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Gütersloh

Hafeneger, Benno/Jansen, Mechthild, M./Niebling, Torsten (Hrsg.) (2005): Kinder- und Jugendpartizipation. im Spannungsfeld von Interessen und Akteuren, Opladen

Knauer, Reingard/Friedrich, Bianca/Herrmann, Thomas; Liebler, Bettina (2004): Beteiligungsprojekte mit Kindern und Jugendlichen in der Kommune. Vom Beteiligungsprojekt zum demokratischen Gemeinwesen, Wiesbaden


Planungsgespraech im zelt
Durch die gute Zusammenarbeit im Jugendprojeklt mit dem Kulturamt konnte der Boden für ein weiteres Projekt geschaffen werden. Mit dem Leiter des Kulturamtes und weiteren Akteuren wurde ein Steuerungskreis gebildet um das Bobinger Flussprojekt "Leben mit der Singold“ angehen zu können. Inzwischen wurde dieses Projekt erfogreich abgeschlossen. 

Projekt „Leben mit der Singold“ in Bobingen abgeschlossen

Die Singold ist wieder im Bewusstsein

„Mit  unterschiedlichen Themen  und Schwerpunksetzungen ist es  der Ökologischen Akademie  e.V., Linden gelungen, so Waltraud Wellenhofer, die 3. Bürgermeisterin der Stadt Bobingen, die vergessene Singold wieder auf die politische Tagesordnung zu setzen und bei vielen die Liebe zum heimatlichen Fluss zu wecken.“

Thomas Ködelpeter, der Leiter des partizipativen Prozesses, fasste im abschließenden Reflexions-workshop vor den Mitglieder der Steuerungskreises  Intention und Ziele zusammen. Ermöglicht wurde „Leben mit der Singold“  durch eine Förderung des Bayerischen Umweltministeriums und eine finanzielle Unterstützung der Stadt Bobingen, die sich als Kooperationspartner an dem Projekt engagierte. Zahlreiche Bobinger Vereine, aktive Bürger und Bürgerinnen, Eltern und Kinder, die Singold- und Laurentius-Grundschule und der Kindergarten St. Felicitas trugen mit ihren Beiträgen und ihrer Teilnahme zum Erfolg des Projekts bei. „Das Ziel, die Singold mit ihrer Geschichte, Nutzung, Qualität und Chancen ins öffentliche Bewusstsein zu holen und die vergangene, gegenwärtige und künftige Bedeutung und Nutzung mit konkreten Aktionen erfahrbar zu machen und zu gestalten,  resümierte Ködelpeter, sei  Schritt für Schritt aufgegangen“.

Mit dem Bau des kleinen Brotbackofens an der Mittleren Mühle durch die Schüler der Praxisklasse der Dr. Jaufmann – Volks-/Hauptschule unter der fachlichen Leitung von Maurermeister Richard Zerle mit der schulischen Begleitung durch Franz  Strehler (Lehrer) und durch den Wasserspielplatz,  ein  Partizipationsprojekt von Kindern, Eltern, Erzieherinnen und Lehrern  wurde deutlich, wie aus Denken und Handeln für Bobingen wertvolle Lebensqualität entstanden ist.

In der Antwort auf die Frage, womit das Projekt nachhaltige Wirkungen erzielen konnte, waren sich die Mitglieder des Steuerungskreises schnell einig;  „bei der Bürgerschaft, in der Politik und Verwaltung hat sich ein Bewusstsein für die Singold entwickelt“.  Im Projektverlauf sind auch zahlreiche neue Partnerschaften und Vernetzungen zwischen Personen und Bobinger Vereinen entstanden. Und die abschließende Flusskonferenz ließ großes Interesse an einer gemeindebergreifenden Zusammenarbeit für eine lebendige Singold erkennen.

Kontrovers fielen die Statements zu der Frage aus, worin Schwierigkeiten oder Schwachstellen der Projektdurchführung  lagen. Während einige Mitglieder anmerkten, dass die Mehrzahl der Bobinger nicht aus der Reserve gelockt werden konnte, konstatierten andere eine kontinuierliche Information der Bürgerschaft, Politik, Verwaltung und der Presse. Zum Bekanntheitsgrad des Projektes befragt, gaben auf dem Bobinger Fischtag /Juli 2008) 66% der 75 Befragten an, dass sie das Projekt „Leben mit der Singold“ kennen.

Wie könnte es nach dem Projektende weitergehen?

Projekte haben bekanntlich einen Anfang und ein Ende. Deshalb stand auch die Frage, wie es nach dem Ausscheiden der Ökologischen Akademie als Projektmanager weitergehen könnte, im Raum.

Die Weiterarbeit für eine lebendige, naturnahe Singold in Bobingen und im gesamten Flussraum werde, so die Mitglieder der Steuerungsgruppe, nur gelingen, wenn es aktive Personen und Einrichtungen gibt, die sich dieser Aufgabe annehmen. Große Hoffnungen setzen die Akteure  in die Zusammenarbeit von Fischereiverein Bobingen, Bund Naturschutz OV Bobingen, Stadtverwaltung Bobingen, Mühlenverein, Kunstmühle Hefele und Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. Ottmar Vellinger (BN) signalisierte, dass die lokale Weiterarbeit an der Singold  zu Beginn des kommenden Jahres mit einer professionellen Unterstützung rechnen könne.


Die Ökologische Akademie beteiligt sich 2009/2010 mit zwei Partizipationsprojekten, der „Flussallianz:  Lebendige Singold“  und „Lebendige Flüsse im Begegnungsland Lech-Wertach“ ,einem Schulprojekt, im Regionalen Entwicklungskonzept (REK)  des Begegnungsland Lech-Wertach e.V.
Kinder mit Singoldmodell

Augsburger Videoclub drehte Dokumentarfilm über „Leben mit der Singold“

Die Mitglieder des Augsburger Videoclubs begleiteten das Projekt von der ersten Veranstaltung im März  bis zum Reflexionsworkshop im November  2008. Entstanden  ist daraus ein 95 minütiger Dokumentarfilm, der Anfang 2009 in Bobingen Premiere haben wird.

Ansprechpartner: Videoclub Augsburg, c/o Georg Merz, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 Kontakt:

Ökologische Akademie e.V.
Thomas Ködelpeter
Baiernrainer Weg 17
83623 Dietramszell/Linden

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Homepage: www.oeko-akademie.de

 

 

 

 
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