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Kartenspielen als Methode des interkulturellen Lernens Drucken E-Mail
Geschrieben von Theresa Riechert   
Mittwoch, 22. April 2009
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© doozi / pixelio

Ein wesentliches Ziel der interkulturellen Pädagogik ist die Bewusstmachung der eigenen, oftmals unbewussten Werte und Vorstellungen, die durch die spezifische kulturelle Prägung entstanden sind. Dadurch soll zugleich die Offenheit gegenüber anderen Kulturen und der Austausch über unterschiedliche Ansichten befördert werden. Dabei kommen erfahrungsbezogenen Methoden bei diesem Lernziel eine besondere Bedeutung zu, da der kulturelle Einfluss auf unsere Verhaltens- und Denkweisen uns oftmals selbst nicht bewusst ist. Um zu veranschaulichen, wie interkulturelles Lernen praktisch aussehen kann und um zur eigenen Arbeit mit diesem Ansatz anzuregen, bietet sich "global playing" an, ein interkulturelles Kartenspiel.

Kurzvorstellung „global playing“

Bei global playing wird zunächst ganz normal Karten gespielt. Die Teilnehmer sind auf vier bis fünf Tische verteilt, wobei jeder Tisch ein Skat-Kartenspiel und ein Regelwerk erhält, auf dem die Regeln für das Kartenspiel erklärt sind. Zunächst werden einige Runden an den Tischen gespielt, dann die Regelwerke eingesammelt und später wechseln einzelne Teilnehmer an andere Tische, an denen wiederum weitergespielt wird. Das einzige, was global playing von anderen Kartenspiel-Runden unterscheidet ist, dass erstens die Teilnehmer ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr miteinander sprechen dürfen und zweitens: die Regeln nach denen die jeweiligen Tischen spielen sind nicht identisch …

Verwirrungen sind vorprogrammiert

Doch was bedeutet das? Im Wesentlichen führt das Kartenspiel dazu, dass sich jeder zu Beginn andere Regeln aneignet, je nachdem an welchem Tisch er / sie zu Beginn sitzt. Später jedoch sitzen sich sprachlose Kartenspieler mit unterschiedlichen Regeln gegenüber, die nonverbal um die Kartenstiche konkurrieren und diskutieren. Die Reaktionen der Teilnehmer sind dabei sehr unterschiedlich: wollen manche kompromisslos ihre eigenen Regeln durchsetzen, lassen andere die Mitspieler resigniert gewähren. Diese Verwirrung löst sich erst in der abschließenden Reflexion, in der die erlebten Empfindungen aufgegriffen, bewusst gemacht und auf die Realität kultureller Prägung und deren Verallgemeinerung übertragen werden.

Erlebte Erkenntnisse über Kultur und kulturelle Missverständnisse

Was global playing ausmacht, ist die Chance der Erlebbarkeit von eigenen (unbewussten) kulturellen Prägungen, sowie das eigene Verhalten in und mit fremden Kulturen. Es bietet eine gute Gelegenheit um die oftmals nicht ausgesprochenen Missverständnisse zu beleuchten und das Zusammenleben – nicht nur kulturell- unterschiedlicher Menschen zu reflektieren und diskutieren.

Unterlagen zur eigenen Durchführung

Um zum eigenen Ausprobieren der Methode zu ermutigen, finden Sie anbei alle relevanten Materialien, sodass Sie lediglich noch 4, bzw. 5 Skat-Kartenspiele, 16 bis 25 TeilnehmerInnen, sowie mindestens 45 Minuten Zeit benötigen, um selbst Erfahrungen mit diesem interkulturellen Kartenspielen zu ermöglichen und zu sammeln. 

Moderationsplan "global playing": moderationsplan_global_playing

Spielregeln für die einzelnen Gruppen: global_playing_spielregeln

Reflexionsleitfaden: reflexionsleitfaden_global_playing

Die Unterlagen wurden anhand derer des Migrationsdienstes Caritasverband Nordhessen-Kassel e. V. erstellt: "Global Playing" Interaktives Kartenspiel

 
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