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Seit
2005 veröffentlicht das Netzwerk Politische Bildung Schwaben - Ursprung des
bayernweiten Vernetzungsvorhabens - Handreichungen für die Praxis, anhand derer
Jugendlichen erlebnisorientiert die Ebene der Kommunalpolitik näher gebracht
werden soll. Vier Bausteine (und ein Planspiel) sind bisher entstanden. Doch
während sich die ersten drei Bausteine in erster Linie für den Einsatz in der
Schule eignen, wurde der vierte speziell für die Anwendung im außerschulischen
Bereich konzipiert. Auch die Zielgruppe ist spezieller, die Handreichung möchte
die Träger der außerschulischen Jugendarbeit zu Aktivitäten mit Jugendlichen
mit Migrationshintergrund ermuntern.
Der vorliegende Baustein
setzt an Ergebnissen der Bestandserhebung über die politische Bildung in
Schwaben („Atlas politische Bildung in Schwaben") an, wonach bei Jugendlichen
„Das Erleben und Mitgestalten der Kommunalpolitik" meist nur Vision und Utopie
bleiben. „Politische Mitwirkung als Auftrag und als Chance erfahrbar zu machen,
ist nach wie vor ein entscheidendes Defizit und damit ein uneingelöster
Auftrag, sowohl in den Angeboten der politischen Bildner, als auch im Handeln
kommunaler Behörden- und Entscheidungsträger".
Für die politische Bildung außerhalb der Schule wird in der Bestandserhebung festgestellt:
„Auffallend ist, dass sich nur wenige Veranstalter (der politischen Bildung) an
... Spätaussiedler/innen wenden. Tun sie es doch, so ernten sie dafür wenig Interesse".
Anhand von Analysen und
Beobachtungen wurde deutlich, dass es für Migrantinnen/ Migranten kaum
Praxismodelle für die politische Bildung gibt. Im Bereich der Zuwanderer aus
der ehemaligen Sowjetunion konnte immer wieder festgestellt werden, dass diese
Personen zwar die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und wahlberechtigt sind,
aber sich
z.B. nicht an Wahlen oder an demokratischen Prozessen in ihrem Umfeld
beteiligen.
Seit Jahren ist zu beobachten, dass Jugendliche mit
Migrationshintergrund wenig oder keine Bezüge zum politischen Alltag in ihrer
Heimatgemeinde haben, ebenso zu politischen Strukturen, sowohl im Nahbereich
wie darüber hinaus. Demokratie und demokratische Prozesse erscheinen ihnen
fremd.

Aufgrund dieses Befunds entstand die Idee, einen Baustein „Politische Bildung mit
jugendlichen Zuwanderern" zu entwickeln.
Der Baustein wurde im vergangenen Jahr erfolgreich mit einer Gruppe
Jugendlicher in Nördlingen erprobt.
Das Konzept und die Ergebnisse der Erprobung sind in der Handreichung
ausführlich beschrieben und zeigen auf, dass Demokratieprozesse mit
jugendlichen Zuwanderern durch die offene Jugendarbeit erfolgreich gefördert
werden können.
Der Baustein „politische Bildung mit jugendlichen Zuwanderern" hat folgende
Ziele:
-
Interesse der Jugendlichen für Kommunalpolitik über erfahrbare politische
Zusammenhänge in der Kommune wecken.
-
Politische Institutionen (Ämter, Behörden, Dienststellen etc.) und
politisch handelnde Personen persönlich kennen lernen (vertraut machen mit Institutionen, Personen und Machtverhältnissen).
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Hemmschwellen und Berührungsängste abbauen.
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Eigene Mitwirkungs- und Handlungsmöglichkeiten erfahren sowie Stärkung der
Eigeninitiative und der Eigenaktivitäten der Jugendlichen.
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Kennenlernen von Verfahrensweisen gesellschaftlicher Entscheidungen.
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Erweiterung des Wissensspektrums und der Erfahrungen der Jugendlichen
-
Verbesserung des Images der Zielgruppe durch Einflussnahme auf den öffentlichen
Meinungsbildungsprozess
-
Multiplikatorenwirkung durch Diskussion der positiven Erfahrungen in den
Familien der Jugendlichen sowie in ihrem sozialen Umfeld
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Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte zur Erstellung einer Handreichung für die Praxis.
Der Baustein wurde unter Federführung von Winfried Dumberger-Babiel,
Geschäftsführer des Bezirksjugendrings Schwaben, und Prof. Dr. Gerhard Kral,
Katholische Stiftungsfachhochschule München, Abteilung Benediktbeuern und
Projektleiter des Netzwerks Politische Bildung Schwaben mit anderen Expertinnen
und Experten aus dem Bereich in einem Arbeitskreis entwickelt.
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