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Im Rahmen der logo!-Fachtagung,
die das ZDF anlässlich des 20. Jubiläums der Kindernachrichtensendung logo! Vom
12.-13. November 2009 veranstaltete, stellte der Sender eine von ihm in Auftrag
gegebene repräsentative Studie zur Kinderbeteiligung in Deutschland vor. Befragt
wurden insgesamt 874 Kinder aus deutschsprachigen Haushalten sowie deren
primäre Erziehungsperson. Die Autoren der Studie interessierte vor allem die
Wahrnehmung, die die Kinder selbst bezüglich der Bedeutung und der Intensität ihrer
Mitbestimmung haben. Prof. Dr. Dr. Helmut Schneider, Prof. Dr. Waldemar Stange
und Prof. Dr. Roland Roth zufolge ist die Studie die erste und bisher einzige
Studie, die sich in Deutschland diesem Themengebiet auf empirischem Weg in der
Altersgruppe von 8 bis 12 Jahren widmet.
Die Untersuchung konzentriert
sich auf die für Kinder wichtigen Lebensbereiche Familie, Schule und Kommune
und wertet diese Bereiche getrennt voneinander aus. Während im Bereich der
Familie auch die Aussagen der Erziehungsperson in Bezug zu den bei den Kindern
erhobenen Ergebnissen gesetzt werden, geschieht dies im Kontext der Ergebnisse
für den Bereich der Schule (Lehrer) und der Kommune (Politiker,
Verwaltungspersonal) leider nicht - wohl aus Gründen des Erhebungsaufwands.
Teilweise wird hier ausgleichend auf Ergebnisse einer Studie
des Deutschen Kinderhilfswerks e.V. verwiesen, die sich allerdings hauptsächlich
mit rechtlichen Beteiligungsstrukturen auf Landesebene befasst.
Auffallend sind bei der Studie des ZDF vor allem die Unterschiede, die zwischen
den untersuchten Lebensbereichen existieren. So etwa, wenn es um die Bedeutung geht, die Kinder der eigenen
Mitbestimmung in den verschiedenen Bereichen beimessen. Während in der Familie
für mehr als 80% der Kinder Mitbestimmung „sehr wichtig" (24,4%) respektive „wichtig"
(58,8%) ist, sinken die entsprechenden Werte für den Bereich Schule auf 13,8%
beziehungsweise 46,5%, also ca. 60%. Insgesamt zeigt sich, dass Kindern
Mitbestimmung zwar in allen Bereichen wichtig ist, dass es aber eine Diskrepanz
zwischen beigemessener Bedeutung und tatsächlicher Erfahrung gibt, die im
Bereich Schule und Kommune am deutlichsten zu Tage tritt. Das Empfinden über
das Ausmaß bzw. der Intensität ihrer
Mitbestimmungsmöglichkeiten ist vor allem für den Bereich der Schule und auch
der Kommune gering. So ist jeder vierte Schüler der Meinung, dass er in der
Schule „überhaupt nicht" mitbestimmen kann (zur Auswahl standen die Antworten:
„sehr viel", „viel", „wenig", „überhaupt nicht"). Für den Wohnort geben sogar mehr
als die Hälfte der Kinder an, „überhaupt nicht" mitbestimmen zu können.
Insgesamt sehen die Autoren noch deutlichen Handlungsbedarf auf dem Weg einer
besseren und konsequenteren Umsetzung der strukturellen Partizipation von
Kindern gegeben. Dabei sei sich nicht ein Mangel an „gewusst wie" das Hauptproblem,
sondern ein Einstellungs- und Handlungsdefizit auf Seiten der erwachsenen
Verantwortungsträger (Eltern, vor allem aber: Lehrer und Mitglieder der
kommunalen Politik und Verwaltung).
Sie kritisieren dabei direkt die Schule in ihrer herausragenden Rolle als Sozialisationsinstitution:
Sie stelle „nicht in ausreichendem Maße Demokratieerfahrungen" bereit. Ebenfalls
sehen sich die Autoren aufgrund ihrer Ergebnisse genötigt, eine Reihe von
Forderungen aufzustellen, die allesamt darauf abzielen, ein notwendiges Gesamtkonzept „Partizipation" zu fördern
und zu ermöglichen, dass sich auf alle drei beschriebene Bereich bezieht.
Zu diesem Forderungen gehören unter anderem:
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Das zivilgesellschaftliche bürgerschaftliche Engagement von Eltern sollte
stärker gefördert werden, auch mit dem Argument, dass es hier offenbar
Zusammenhänge mit der Partizipation der Kinder in der Familie gibt.
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Auf Ebene der Kommune muss durch geeignete Maßnahmen das eindeutig vorhandene
Aktivierungspotenzial ausgeschöpft werden. Eine stärkere Förderung der
kommunalen Beteiligung am Wohnort muss einerseits eine optimierte Informationspolitik
mit kinder- und jugendnahen Medien, andererseits eine Erweiterung des
Angebotsspektrums (vielfältigere Mitbestimmungsformen im Rahmen eines
Gesamtkonzeptes) umfassen.
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Für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen müssen außerdem die
erforderlichen Rahmenbedingungen (personell, finanziell) zur Verfügung gestellt
werden. Die Kommunen müssen - wenn sie es ernst meinen - speziell qualifizierte
Personen einstellen, die - wie es im Rahmen der Partizipationskampagnen in
England geschehen ist - sich allein um die Organisation der Kinder- und
Jugenddemokratie kümmern
Wer sich näher mit der hier vorgestellten Studie befassen möchte, kann diese
auf den Seiten des ZDF als .pdf-Dokument herunterladen. Ob und wie die von den
Autoren für den Rahmen einer wissenschaftlichen Studie sehr weitläufig
formulierten Forderungen umzusetzen sind, ist der öffentlichen Diskussion und allgemeinen
Aufmerksamkeit aller Funktionsträger würdig.
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