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Tagungsbericht: Web2.0 in der politischen Bildung Drucken E-Mail
Geschrieben von Miriam Apffelstaedt, Theresa Riechert   
Montag, 22. Februar 2010

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Antwort auf die Frage "Was hält mich am meisten vom Einsatz von Web 2.0 ab?"
Foto: politischeBildung / flickr

Wer ist eigentlich dieser Web 2.0 über den alle reden? Und macht der eigentlich auch politische Bildung? - Ganz so wird die Frage natürlich nicht gestellt. Über den Einsatz und das Thema Web 2.0 wird dennoch auch in der Welt der politischen Bildung diskutiert. Welche Aufgaben Web 2.0 der politischen Bildung stellt, welche Anwendungen im Web 2.0 zur Verfügung stehen, welche Akteure existieren und welche Potenziale sich daraus ergeben war Thema der Tagung, die von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Runden Tisch veranstaltet wurde. Aufeinander trafen dabei das „Who-is-Who" der  deutschen Blogger/Twitter/SocialMedia/Web2.0-Szene mit politischen Bildnern.

Web-2.0-Anwendungen während der Tagung

Konsequent wurde dabei auch die Tagung mit Web 2.0-Werkzeugen begleitet. Anlässlich der Veranstaltung ging die Seite http://pb21.de an den Start, auf der sich Informationen zur Tagungsgestaltung, und zu Referenten, Veranstalter und Ergebnissen finden lassen. Workshops die sich mit unterschiedlichen Social-Media-Anwendungen beschäftigten dokumentierten Teile der Tagung.

Die Vorträge der Referenten wurden als Live-Stream im Internet gesendet und sind auch nach Ende der Veranstaltung abrufbar. Dies ermöglicht die Teilnahme an der Veranstaltung auch ohne physische Anwesenheit. Über die Teilnahme an der Tagung am eigenen Laptop berichtet weiter unten in diesem Beitrag Theresa Riechert, Mitarbeiterin des Projektteams Netzwerk Politische Bildung Bayern - (siehe Kasten). 

2010_polbilweb_twitterwall.jpg

Twitterwall
Foto: politischeBildung / flickr

Können Sie sich vorstellen, wie es wäre, wenn sowohl physisch anwesende Teilnehmer als auch über das Internet Teilnehmende während eines Vortrags diesen für alle sichtbar kommentieren könnten? - Möglich wird dies durch eine Twitterwall, die tweets zum Thema sammelt und diese für alle einsehbar darstellt.

Dabei ohne „vor Ort" zu sein - ein Erfahrungsbericht

Die Tagung hat noch nicht offiziell begonnen, die Teilnehmenden treffen nach und nach vor Ort ein und berichten über ihre Anreise und tauschen sich über ihre Erwartungen aus. Ein ganz normaler Veranstaltungsbeginn, nur: diesmal bekomme ich all das mit, ohne selbst eine lange Anreise hinter mir zu haben, ohne selbst tatsächlich "vor Ort" zu sein. Ich sitze zu Hause vor meinem Laptop und kann all das über die Tweets der Teilnehmenden miterleben und meine eigenen Gedanken dazu einbringen - natürlich auch über Twitter. Dann die ersten Programmpunkte: Über live-stream verfolge ich zeitgleich mit den anderen Teilnehmern - ob tatsächlich anwesend oder vor einem anderen Laptop sitzend - die Begrüßung und die Vorträge. Während dessen werden diese bereits kommentiert - bis zu 50 Tweets ersetzen die Gespräche mit den Sitznachbarn. Aufkommende Fragen meinerseits können direkt gestellt werden - in 140 Zeichen versteht sich. Denn über die Twitterwall bietet sich die Möglichkeit, diese dem Referenten zukommen zu lassen und somit in die Diskussion einzubringen. Wie so oft muss aus zeitlichen Gründen leider ein Teil eines Vortrags entfallen, diesmal jedoch wird er für you tube aufgezeichnet und alle können bei Interesse im Nachhinein darauf zurückgreifen. Egal ob sie physisch oder virtuell teilnehmen.
Insgesamt ist es erstaunlich, wie nah man dabei sein kann, ohne tatsächlich dabei zu sein. Nicht nur, dass die Vorträge und Workshops größtenteils mitverfolgt werden können, gerade die Möglichkeit, eigene Gedanken direkt einzubringen, Fragen zu stellen und diese beantwortet zu bekommen ist faszinierend. Natürlich ersetzt diese virtuelle Teilnahme nicht gänzlich den direkten Austausch „von Angesicht zu Angesicht" während der Tagung, aber es ist doch interessant, wie viel von der Tagung erfahrbar wird und welche Chancen der Teilnahme sich bieten, auch wenn man eigentlich hunderte Kilometer entfernt ist.

Ein Fazit

Deutlich wurde während der Tagung, dass Web 2.0 ausschließlich als Werkzeug gedacht zu kurz greift. Es geht auch nicht darum, dass es (einige wenige) Jugendliche und Erwachsene gibt, deren Sozialkontakte einzig und allein im Internet stattfinden. Auch macht Web 2.0 nicht per se die Gesellschaft demokratischer, selbst wenn es neue Mittel der Partizipation bietet. Vielmehr geht es darum, das Internet als Leitmedium zu begreifen, welches unsere Gesellschaft grundlegend verändert (hat). Darauf muss auch die politische Bildung reagieren.

Weitere Stimmen zur Tagung finden Sie hier.

 

 
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