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Das Internetportal www.sozialkunde.digitale-schule-bayern.de versucht im Fach Sozialkunde die Arbeit des Lehrers zu erleichtern sowie die Schüler beim Lernen zu unterstützen.
Wir haben mit Herrn Ulrich Miller, verantwortlicher Redakteur des Fachportals für Sozialkunde der Digitalen Schule Bayern und Lehrer für Sozialkunde, über das Angebot gesprochen.
Auf dem Portal finden sich Materialien, Tipps und Links zur Unterrichtsvorbereitung, darunter fertig ausgearbeitete Webquests und diverse Unterrichtseinheiten. Zudem stellt das Portal Karikaturen, Buchbesprechungen sowie einen historisch-politischer Kalender zur Verfügung. Diese Angebote werden kontinuierlich weiter ausgebaut. Für Schüler schafft die Plattform Möglichkeiten zum Nacharbeiten, Wiederholen und Vertiefen des im Unterricht vermittelten Stoffs. Neben Zusammenfassungen, Rätseln, Tests und interessanten Links bietet das Portal dazu auch Online-Einheiten zum Grundwissenstraining.
Herr Miller, seit wann existiert das Internetportal Sozialkunde der Digitalen Schule Bayern e.V.?
Seit dem Schuljahr 2005/2006 existiert unser Fachportal als Teil des Gesamtprojekts www.digitale-schule-bayern.de, ein von der Stiftung Bildungspakt Bayern gefördertes schulunabhängiges Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Unterricht an den bayerischen Gymnasien zu verbessern und zu erleichtern. Dazu wird seither in allen Fächern ein umfassendes Angebot für Schüler, Lehrer und Eltern aufgebaut. Spitzen von insgesamt bis zu 1,5 Millionen Seitenaufrufen im Monat zeigen uns, dass wohl schon länger ein entsprechender Bedarf besteht.
Was ist das Hauptziel Ihres Angebots? Und worin sehen Sie die Notwendigkeit eines Internetportals zur Unterrichtsgestaltung?
Viele Lehrer halten, trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen, einen vorbildlichen, modernen und ideenreichen Unterricht, der mit viel Mühe vorbereitet wird. Der dabei betriebene Aufwand ist unserer Meinung nach oft zu groß, als dass nur eine Klasse davon profitieren sollte. Durch eine Veröffentlichung auf unserer Plattform erhalten diese Ideen und Materialien einen größeren Mehrwert und können anderen Kollegen als Anregung dienen. Davon profitieren dann nicht zuletzt die Schüler, denen wir Lehrer einen guten, abwechslungsreichen Unterricht bieten wollen.
Ein Portal wie dieses, erfordert Menschen, die es mit Inhalten füllen. Wer arbeitet im Portal mit und woher erhalten Sie die Materialien?
Bei der Konzeption und der Realisierung des Fachportals Sozialkunde waren von Anfang an die Gymnasiallehrerin Frau Susanne Behlert und Herr Dr. Sven Pflefka, Gymnasiallehrer und Lehrbeauftragter an der Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt. Zum Kern der Redaktion gehört auch Herr Fritz Multrus, Gymnasiallehrer und Fachreferent für Sozialkunde beim Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Schwaben. Zudem werden wir von vielen Kollegen unterstützt, die über unser Portal ihre Arbeit den anderen Kollegen und Schülern zur Verfügung stellen.
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Susanne Behlert
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Fritz Multrus
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Dr. Sven Pflefka
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Wie funktioniert die Mitarbeit am Portal? Angenommen, ich habe in meinem Unterricht ein erfolgreiches Projekt durchgeführt: Kann ich dieses auf dem Portal einstellen und somit anderen meine Materialien zur Verfügung stellen?
Wenn Sie Materialien für den Unterricht haben, von denen Sie denken, dass sie auch anderen Kollegen bei der Unterrichtsvorbereitung eine Hilfe sind, dann können Sie diese ganz einfach in unserem Internetportal veröffentlichen. Es gibt dafür generell zwei verschiedene Wege: Wenn Sie nur punktuell mitarbeiten wollen, senden Sie Ihre Materialien bitte per Mail an uns. Wir werden Ihre Daten dann unter Ihrem Namen in das Portal eingeben. Sie bleiben weiter Eigentümer Ihrer Daten. Sollten Sie diese später wieder ändern oder aus dem Netz nehmen wollen, so teilen Sie dies ganz einfach wieder einem der Redakteure mit. Selbstverständlich können nur Daten im Portal veröffentlicht werden, für die nicht schon Dritte entsprechende Rechte besitzen. Wenn Sie längerfristig an der Gestaltung des Portals mitwirken wollen, dann können Sie auch selbständig Ihre Daten in das Portal einpflegen. Das Hochladen erfolgt dann über ein passwortgeschütztes Redaktionsprogramm und ist nicht viel komplizierter als das Versenden einer E-Mail mit Anhang. Näheres zur Mitarbeit finden Sie hier.
Gerade im Bereich der Politik sind Schulbücher sehr schnell überholt. Kann das Internetportal Sozialkunde der Digitalen Schule Bayern e.V. eine Alternative sein? Inwiefern werden aktuelle Themen berücksichtigt?
Das Internet stellt heute in nahezu allen Bereichen eine Alternative zu den Printmedien dar. Wir verstehen unser Angebot aber nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als hilfreiche Ergänzung zu den bestehenden Lehrbüchern. Gerade im Sozialkundeunterricht arbeitet man oft mit Fallbeispielen, die, um die Schüler erreichen zu können, natürlich möglichst aktuell sein sollten. Hier ständig am Ball zu sein und den Unterricht immer wieder neu vorzubereiten erfordert einen großen Aufwand. Als „Einzelkämpfer“ wird jeder Kollege schnell an seine Grenzen stoßen. Hier kann unser Portal eine Hilfe sein. Neben Materialien mit aktuellen Daten und Beispielen haben die Kollegen in der Rubrik „Buchbesprechungen und Aktualisierungen“ zudem die Möglichkeit nachzusehen, in welchen Teilen das Schulbuch, welches sie im Gebrauch haben, nicht mehr aktuell ist. Für den Unterricht im Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Gymnasium steht in Bayern gar kein Lehrwerk zur Verfügung. Dies wird es aufgrund der geringen Anzahl an Schulen mit dieser Ausbildungsrichtung auch in nächster Zeit voraussichtlich nicht geben. Mit dem Internetportal www.sozialkunde.digitale-schule-bayern.de versuchen engagierte Lehrer dieses Manko zu verringern. Das Angebot dazu wird kontinuierlich weiter ausgebaut.
Wissen Sie, was zurzeit das am meisten nachgefragte Thema im Bereich der Sozialkunde auf dem Portal ist?
Differenzierte Daten nach den einzelnen Bereichen liegen uns nicht vor. Aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen wissen wird aber, dass das Angebot für die Klassen 8 und 9 des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums, in denen gerade der neue G8-Lehrplan eingeführt wird, von den betroffenen Kollegen stark nachgefragt wird. Bei den Schülern am beliebtesten sind die Rätsel zum Grundwissen. Zudem wird dieser Bereich auch von Kollegen genutzt, die fachfremd sind und kurzfristig eine Vertretungsstunde in Sozialkunde übernehmen müssen. Mit der neuen gymnasialen Schulordnung wird dem Grundwissen ein immer höherer Wert beigemessen. Ich denke, dass dieser Bereich daher auch weiterhin stark frequentiert sein wird.
Was wünschen Sie sich für das Portal www.sozialkunde.digitale-schule-bayern.de? Haben Sie Fernziele?
Wir wünschen uns, dass wir immer mehr Kollegen für unsere Idee gewinnen können und somit auch eine immer bessere und umfangreichere Materialsammlung zur Verfügung stellen können.
Welche Defizite sehen Sie in der politischen Bildung im Bereich der Schule?
Dass Sozialkunde, das Leitfach der politischen Bildung, im neuen Lehrplan gestärkt wurde, ist zu begrüßen. Sie hat als „Nebenfach“ aber an einigen Schulen dennoch einen viel zu niedrigen Stellenwert innerhalb des Fächerkanons. Im Unterricht selbst kommt im Alltag, ob der nur geringen Stundenzahl, in der Sozialkunde unterrichtet wird, das Hinterfragen und Reflektieren von Entscheidungen und Institutionen leider manchmal zu kurz.
Wie kann Politik am erfolgreichsten vermittelt werden?
Am wichtigsten sind dazu meiner Meinung nach engagierte Menschen in der Gesellschaft, die den Jugendlichen vorleben, dass Politik uns alle angeht. Die Schule allein kann das nicht leisten. Politische Bildung im Unterricht sollte aktualitätsnah – verständlich – vereinfacht, aber dennoch anspruchsvoll sein und bereits frühzeitig an politische Themen heranführen.
Politische Bildung bedeutet für mich…
Zeitgeschehen reflektieren, diskutieren und Zusammenhänge verständlich machen sowie zur Teilhabe an unserer Gesellschaft befähigen und politisches Interesse wecken.
Unser Projekt ist erfolgreich, weil…
es ein unabhängiges, nicht kommerzielles Projekt aus der Praxis heraus ist, an dem viele engagiert mitarbeiten.
Mit welchen Institutionen würden Sie in Zukunft gerne (noch) stärker kooperieren?
Die gute Zusammenarbeit mit den bestehenden Partnern lässt sich sicher noch weiter ausbauen. Wir streben zudem eine stärkere Kooperation mit den Schulbuchverlagen, den Fachdidaktiken an den Universitäten und den Studienseminaren für Sozialkunde an. Prinzipiell können wir uns mit nahezu allen, die sich für die politische Bildung an den Schulen in Bayern engagieren, eine Zusammenarbeit vorstellen.
Herr Miller, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Das Interview führte Miriam Apffelstaedt.
| Sollten Sie Interesse haben, am Internetportal Sozialkunde der Digitalen Schule Bayern e.V. mitzuwirken, dann wenden Sie sich bitte an
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