Dienstag, 28 April 2009 00:00

"Online-Macht wird bald Offline-Macht sein" - die politische Kommunikation der Zukunft

geschrieben von  Christian Fey

Interview mit Caveh V. Zonooz, Geschäftsführer der direktzu GmbH.
Die direktzu GmbH ist ein junges Unternehmen, dass eine innovative Form onlinebasierter Many-to-One Kommunikation entwickelt hat und im Bereich der politischen Kommunikation vor allem durch die Web-Plattform „www.direktzurkanzlerin.de" für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Inzwischen sind viele andere Politiker wie Matthias Platzeck, Ursula von der Leyen, Norbert Lammert und demnächst auch Christian Ude per direktzu-Plattform ansprechbar. Interessierte Bürger können hier ihre Anliegen, Fragen und Probleme an die Politiker richten und eine individuelle Antwort erhalten, vorausgesetzt sie finden genug andere Bürger, die ihr Anliegen unterstützen.

Die direkzu-Technologie, die auch von Unternehmen und im Entertainment Bereich eingesetzt wird, übernimmt dabei die Filterung redundanter Themen und Fragen und ermöglicht darüber hinaus eine Gewichtung der wichtigsten Themen durch die User selbst.
Wir haben nachgefragt und sprachen mit Herrn Zonooz, dem Gründer von direktzu, über folgende Themen:

  • Was ist die Idee und die Entstehungsgeschichte hinter den direktzu-Plattformen wie z.B. „direktzurkanzlerin.de"?
  • Ist die Nutzung internetbasierter Kommunikationstechnologie nur ein Trend der aufgrund des amerikanischen Wahlkampfes nach Deutschland herüberschwappt oder steckt mehr dahinter?
  • Wie nutzt man eine direktzu-Plattform? Wie ist das Funktionsprinzip, das dahinter steht? Wie sieht die Nutzerstruktur der direktzu-Plattformen im politischen Bereich aus?
  • Funktioniert die Art der Kommunikation auch auf kommunaler Ebene, wo der Nutzerkreis deutlich kleiner ist als auf Landes- oder Bundesebene?
  • Welche Rolle spielt internetbasierte Kommunikation (bereits) im Superwahljahr 2009?
  • Wie sieht die Zukunft der politischen Kommunikation aus?

 

Christian Fey, Redaktion: Herr Zonooz, sie sind einer der beiden Geschäftsführer der direktzu GmBH, können Sie uns die Entstehungsgeschichte ihrer Organisation schildern?

Caveh Zoonoz: Gestartet sind wir mit der ersten Plattform "Direkt zur Kanzlerin" (www.direktzu.de/kanzlerin). Das war am Tag der deutschen Wiedervereinigung, am 03. Oktober 2006. Wir waren damals Studenten und Absolventen der Fachhochschule Brandenburg und der FU Berlin und hatten ein sehr interessantes Projekt im Zusammenhang mit einer neuartigen Podcasting-Technologie, für das wir eine Innovationsförderung in Deutschland beantragen wollten. direktzurkanzlerin.de ist eigentlich aus einer Frustreaktion unsererseits hervorgegangen, weil wir große Probleme hatten, eine solche Innovationsförderung zu bekommen. Wir haben damals versucht, die Kanzlerin per E-Mail anzuschreiben um unser Problem vorzubringen. Erst nach einem Monat erhielten wir eine automatisch generierte E-Mail, die uns eher wenig weitergeholfen hat. Dann hat Frau Merkel im Juni 2006 mit ihrem Video-Podcast namens „Die Kanzlerin direkt" angefangen. Dort richtet sie sich bis heute per Video-Ansprachen mit ihren Anliegen direkt an das Volk - ohne Medienfilter. Ein Fall klassischer One-to-Many Kommunikation also. Am 03. September 2006 sprach die Kanzlerin dort von einem vermeintlichen Problem in Deutschland, dass man hier zwar gut darin sei, Patente anzumelden, man jedoch bei der Einführung neuer Produkte auf dem Markt nicht das schaffe, was in einem stecke. Ich fühlte mich von dieser Videobotschaft direkt angesprochen, vor dem Hintergrund, dass wir bereits schlechte Erfahrungen bei der Beschaffung von Fördermitteln gemacht haben, die wir gerade für ein solches Produkt gebraucht hätten.

Aber das Schlimmste von allem war: Ich hatte keine Möglichkeit auf die Aussagen der Kanzlerin zu reagieren. Es gab generell keine Möglichkeit, dass die Bürger auf die Ansprache der Kanzlerin hätten reagieren können - außer über ihre E-Mail-Adresse, und was über diese Adresse geht landet im Nirwana. Hier ist mir dann ein Licht aufgegangen: Es ging darum, einen Kanal zurück zur Kanzlerin aufzubauen, so dass die Bürger in einen direkten Dialog mit ihr treten können - und zwar in einen öffentlichen Dialog, mit einer gewissen demokratischen Gewichtung. Die Idee der direktzu-Plattformen war geboren.

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Wie schon kurz erwähnt, ermöglicht uns das Internet verschiedene Arten der Kommunikation: One-to-One durch E-Mails, Many-to-Many durch Chat-Räume, One-to-Many durch Blogs, Webseiten, Radio, Fernsehen oder eben durch die Videobotschaften der Kanzlerin. Es gab aber bisher keine sinnvolle, strukturierte und effiziente Many-to-One-Kommunikation, d.h. von den Vielen, den Bürgern, direkt zu den Einzelnen, den Repräsentanten aus Wirtschaft und Politik. Genau diese Kommunikation haben wir dann hier an der FU erfunden und entwickelt. Ich habe dann die Domain „Direktzurkanzlerin.de" registriert und mit meinen Partnern mit dem Aufbau der Plattform begonnen.
Leider hat uns damals keiner geglaubt, dass unser Konzept tatsächlich funktionieren könnte. Sogar Herr Krüger von der Bundeszentrale für politische Bildung sagte: „Wir finden es interessant aber es tut uns leid, wir können ihnen nicht helfen". Es herrschte Skepsis, dass die Kanzlerin sich auf so eine Plattform einlassen würde. Sie müssen wissen, wir haben unser Vorhaben mit niemandem weiter abgesprochen, auch nicht mit dem Bundeskanzleramt, und sind am 27. September einfach online gegangen - und die Resonanz war riesig. Wir haben über 50 Presseberichte bekommen in denen es hieß: „Die Kanzlerin in Deutschland spricht direkt zum Volk und jetzt antwortet ihr das Volk direkt."


CF:Und was hat die Bundeskanzlerin dazu gesagt?

CZ: Die war nicht vorbereitet auf tausende von Besuchern und Leuten, die da plötzlich ihre Anliegen und ihre Wünsche, Fragen und Probleme formuliert haben. Nach drei Wochen kam aber dann die Zusage, dass sie antworten wird, und wir arbeiten jetzt seit mehr als zwei Jahren erfolgreich mit dem Bundeskanzleramt zusammen. Danach kamen dann noch weitere Politiker hinzu: der Bundestagspräsident, mehrere Ministerpräsidenten, Minister auf Landesebene, vor kurzem Frau von der Leyen. Momentan sind wir im Gespräch mit dem Oberbürgermeister von München, Herrn Ude, Herr Sarrazin aus Berlin kommt noch dazu, und und und... Auch während der Primaries haben wir damit in den USA eine Rolle gespielt. Sie erinnern sich vielleicht an die Internetseite straightto Barack Obama, Hillary Clinton usw. Das Konzept dieser Plattform war dem von direktzurkanzlerin.de ganz ähnlich. Und wir sind fest davon überzeugt, dass dieses neue Konzept der Many-to-One Kommunikation die gesamtpolitische und gesellschaftliche Situation revolutionieren wird.


CF: Sie haben jetzt den amerikanischen Wahlkampf angesprochen. Der hat ja auch hier bei uns sehr große Wellen geschlagen und war ja ein Wahlkampf der sehr stark auf internetbasierte Kommunikation gesetzt hat, vor allem Seitens Barack Obama. Sie haben auch von einer „Revolution der Kommunikation" gesprochen. Sehen sie das in Deutschland auf politischer Ebene bereits verwirklicht, oder ist das ein Trend der jetzt mal rüberschwappt? Haben sie konkrete Anhaltspunkte, anhand derer sie sagen können: Es ist nicht nur ein Trend es ist tatsächlich mehr?

CZ: Ich sage ganz klar: Die Zukunft der politischen Kommunikation liegt im Netz. Mit anderen Worten: „Die Online-Macht wird bald die Offline-Macht sein". Wer im Online-Bereich die Macht hat, wer die entsprechenden Leute ansprechen kann, die entsprechende Zielgruppe erreicht, liegt vorn - wie es bei Barack Obama zu beobachten war. Was der Mann geschafft hat, hat er nur geschafft, weil er die Online-Medien gut einzusetzen wusste.
Wir haben zugegebenermaßen in Deutschland eine andere Kultur als in den USA. Auch was die politische Kommunikation angeht. Wir in Deutschland agieren noch mit Wahlwerbungszetteln, fahren mit Bussen zu Veranstaltungen, um dort die Leute im kleinen Rahmen für unsere politischen Programme zu begeistern. Aber ist das wirklich der richtige Weg, mit dem man die Masse erreichen kann?
Ich meine, wie informieren sie sich heutzutage? Ich informiere mich ausschließlich über das Internet. Ich habe kein einziges Stück Papier in der Hand, alles läuft über mein Smartphone. Ich kann meine Nachrichten über rss-Feeds von verschiedenen Nachrichtenagenturen lesen - auf dem Laptop oder auf dem Handy. Alles läuft über das Internet - und so ist es bei vielen anderen auch.


CF: Sie haben gesagt ihre Plattform ist einfach. Wie einfach ist sie wirklich: Was muss man tun, um sich an ihrer Plattform beteiligen zu können?

CZ: Im Prinzip muss man nur klicken und ein wenig tippen können. Man gibt zum Beispiel www.direktzurkanzlerin.de ein oder www.direktzu.de/Bundestagspraesident oder www.direktzu.de/vonderleyen, oder wen auch immer man mit seinem Anliegen zu erreichen gedenkt. Selbstverständlich kann man den Namen des Politikers auch in die Google-Suchmaschine eingeben. Wir haben so interessante Algorithmen, dass wir hierbei immer auf dem ersten oder zweiten Platz der aufgelisteten Links landen. Das ist der direkte Draht zu Ihrer Wunschpersönlichkeit, wen auch immer Sie mit Ihrem Anliegen erreichen wollen.
Sie können auf der Seite auch einfach nur die Beiträge anderer Nutzer lesen. Die sind nach übersichtlichen Kategorien geordnet und wirklich jeder kann sie lesen, egal ob er bei uns als Nutzer registriert ist oder nicht. Und wenn sie sich beteiligen wollen, wenn sie selbst etwas schreiben oder die Beiträge bewerten wollen, brauchen sie nur eine E-Mailadresse. Registrieren Sie sich damit und Sie können gleich loslegen. Einen Beitrag zu verfassen ist im Prinzip so, wie wenn man eine E-Mail schreibt. Ist Ihr Beitrag dann veröffentlicht, können alle anderen - ihre Freunde, Bekannten und andere User -diesen Beitrag lesen und - sofern sie als Nutzer angemeldet sind - auch gewichten. Wenn bereits ähnliche Anfragen gestellt wurden, werden sie vom System darüber informiert und können entscheiden, sich diesen Anfragen anzuschließen bzw. die entsprechenden Antworten zu lesen.
Am Ende jeder Woche, werden die wichtigsten Themen, die wichtigsten Beiträge, die durch die Bürger selbst gewählt wurden, an den jeweiligen Politiker weitergeleitet und man erhält eine individuelle, ausführliche und qualifizierte Antwort. Bei manchen Fragen hat man tausende von Bewertungen, d.h. tausende von Leuten haben sich für diese Frage ebenfalls interessiert. Man erreicht - und das ist das interessanteste - die schweigende Mehrheit. Normalerweise gibt es viele Leute die Fragen haben. Aber nur wenige überwinden die Hemmschwelle und stellen diese Fragen auch öffentlich, z.B. auf einer politischen Veranstaltung. Aber im System von direktzu müssen sie nur einmal klicken. Ganz nach dem Schema: Ja, ich hab's gelesen und ich stimme für dieses Anliegen bzw. dagegen.


CF: Herr Zonooz, können Sie mir einige Informationen über ihren Nutzerkreis oder den typischen Nutzer ihrer Plattformen geben? Wie ist z.B. die Altersstruktur ihrer Nutzer?

CZ: Wir haben die dreizehnjährige Schülerin, die sich über die Umweltproblematik sorgt und Solarenergie als Lösung vorschlägt. Wir haben Schüler, die sich zusammentun um ein Thema anzusprechen, das in der letzten Woche im Unterricht behandelt wurde. Wir haben auch die alleinerziehende Mutter mit ihren Problemen. Wir haben Kinder und Eltern, die sich z.B. damals 2007 mit der Rauchverbotsthematik auseinandergesetzt haben und als Anliegen vorgebracht haben, dass man einen Zigarettenautomaten nicht ohne EC-Karte bzw. Altersnachweis bedienen können sollte. Wir hatten z.B. hohe Beteiligungen von ganz verschiedenen Personengruppen zum Thema der Pleite der isländischen Kaupthing-Edge Bank, wo dann auch seitens der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Niederlanden und Frankreich eine Lösung erarbeitet wurde. Dazu wird das Anliegen auf direktzurkanzlerin.de seinen Beitrag geleistet haben.
Damit ist unsere Plattform also auch eine Art Themenradar. Die Politiker sehen: das bewegt die Menschen, dem verleihen sie Gewicht. Außerdem werden Geschichten erzählt, Emotionen geteilt; es sind ebenso zwischenmenschliche Aspekte, die den Charakter der Plattformen ausmachen.


CF: Zur Zeit haben wir ja auf ihren Plattformen relativ herausstehende Politiker. Wie sehen sie das Ganze denn auf kommunaler Ebene, da wird ja der Nutzerkreis kleiner. Gibt es eine kritische Masse, die man braucht, damit so eine Plattform lebt? Ist das auf kommunaler Ebene zu erreichen?

CZ: Die Politiker haben in der Regel zwei Probleme: Eines, welches sicherlich auch die Kanzlerin hat, nämlich den Dialog mit einer Vielzahl von Bürgern zu halten, die bestenfalls noch ihre Wähler sind. Das andere Problem betrifft auch den Kommunalpolitiker, nämlich: Nähe und Transparenz in Bezug auf seine Mitbürger zu wahren.
Wir bieten mit unserem Tool nun einerseits die Möglichkeit an, das Problem „Masse" zu lösen. Wir sind eine Many-to-One Kommunikation, wir ermöglichen einen effizienten Dialog zwischen den Vielen, den Bürgern einerseits, und den Einzelnen, den Politikern andererseits. Selbstverständlich ist auf kommunaler Ebene das Verhältnis der Vielen zu den Einzelnen ein anderes. Nichts desto Trotz ist die Many-to-One Kommunikation ein Werkzeug, das auch hier zu einem sinnvollen Dialog zwischen Bürgern und Politikern beitragen kann - unabhängig davon, ob es sich bei den Vielen nun um 500, 5000 oder 5 Millionen Bürger handelt. Auf der anderen Seite steht die Transparenz und die Nähe, die unser Tool generiert. Und diese zu wahren steht natürlich auch im Interesse des Kommunalpolitikers.


CF: Wie sehen Sie es denn jetzt für das vor uns liegende Superwahljahr 2009? Spielt die internetbasierte Kommunikation da schon eine wichtige Rolle - und wenn ja vielleicht welche Formen, ihre Form oder andere Formen wie z.B. Blogging oder Twittern. Ist das Thema aus ihrer Sicht also schon aktuell oder ist es noch nicht besonders relevant für die Entscheidungen, die dieses Jahr fallen werden?

CZ: Es gibt da zweierlei Meinungen. Die einen sagen, es ist aktuell, die andere sagen: nein, es ist nicht aktuell, es wird keine weitere Rolle spielen. Ich habe mit vielen Repräsentanten der Politik, auch mit namhaften diskutiert. Aus meiner Sicht verhält es sich so: Es gibt bestimmte Politiker, die sich schon lange mit dem Thema internetbasierte Kommunikation beschäftigt haben. Und für die wird es auf jeden Fall von Vorteil sein, dieses Werkzeug für einen offenen Dialog mit den Bürgern zu nutzen.
Für die Politiker jedoch, die jetzt lediglich Barack Obama zu imitieren versuchen und noch schnell auf den Zug aufspringen wollen, könnte die Nutzung des Internets sogar von Nachteil sein. Bloße Imitation wird nicht funktionieren. Das sage ich immer wieder.


CF: Das ist also im Endeffekt ein Problem der Glaubwürdigkeit?

CZ: Richtig. Transparenz und Glaubwürdigkeit sind das Credo einer funktionierenden internetbasierten Kommunikation. Die Bürger sind doch nicht dumm. Sie merken sehr wohl, wenn es den Politikern ausschließlich um gute Publicity und nicht um einen ernsthaften Dialog mit ihnen geht. Wir haben jetzt mehrere Anfragen von Politikern, und wenn ich sehe, die Leute sind zu keinem echten Dialog mit den Bürgern bereit, dann sage ich ganz klar, dass eine solche direktzu-Plattform nicht in ihrem Sinne liegt, wenn sie nicht mit vollem Ernst bei der Sache sind. Wenn sie nicht wirklich für die Bürger da sein wollen und bereit sind sich ihrer Probleme anzunehmen, dann ist der Many-to-One Dialog nichts für sie. Dann macht er für sie keinen Sinn.


CF: Wenn Sie in die Zukunft schauen - sie haben jetzt in dem Bereich internetbasierte Kommunikation One-to-many / Many-to-One viel Erfahrung gesammelt. Wie sieht die politische Kommunikation in fünf oder in zehn Jahren in Deutschland aus?

CZ: Die gängige Art und Weise, wie die politische Kommunikation gerade in Deutschland stattfindet, wird nicht mehr von langer Dauer sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in zehn Jahren sämtlichen Informationsaustausch primär über unser Mobiltelefon, unseren PC, Laptop oder ein anderes Gerät - das wir jetzt noch gar nicht kennen - tätigen werden. Nicht nur die politische Kommunikation, die Unternehmenskommunikation, jede Art von Kommunikation wird im World Wide Web stattfinden. Wie kompliziert oder wie einfach sich das Ganze gestaltet, das ist eine andere Frage. Die einfachste Form wäre da natürlich ein permanenter Live-Dialog. Das allerdings ist technisch nicht ohne Weiteres machbar, wenn da 80.000 oder 8 Millionen Personen vor mir bzw. dem Politiker stehen und ihre Fragen und Probleme loswerden wollen. Aber das heißt auch nicht, dass die Bewältigung dieses Kommunikationsproblems außerordentlich komplizierte Systeme erfordern muss.
Vielleicht wird eine ganz simple Form der Kommunikation die Kluft zwischen den Vielen und den Einzelnen überbrücken können. Professor Massing sagte einmal über unsere direktzu-Technologie, dass wir die „Agora" des 21. Jahrhunderts erfunden hätten. Im alten Griechenland, wo bekanntlich der Ursprung unserer heutigen Demokratie liegt, war die „Agora" der große politische und juristische Versammlungsplatz im Zentrum der Städte. Die politische Kommunikation dort funktionierte jedoch nur bis zu einer gewissen Anzahl von Personen - rein räumlich bzw. akustisch bedingt. Politische Entscheidungen wurden damals ohnehin nicht von allen, sondern nur von den Bürgern mit einem entsprechenden Status getroffen. Es wäre rein technisch auch nicht möglich gewesen, die gesamte Bevölkerung einer Stadt in diesen Entscheidungsprozess zu involvieren. Dieses Problem weiß die Many-to-One Kommunikation von heute effizient und strukturiert zu lösen. Demokratie, im Sinne einer Herrschaft des Volkes, das durch die Repräsentanten der Politik lediglich vertreten wird, ist dank der onlinebasierten Many-to-One Kommunikation heute technisch machbar. Und das ist meine Überzeugung, dass diese neue Form der Kommunikation die gesamtgesellschaftliche Situation revolutionieren wird; den Gedanken der Demokratie in die Tat umzusetzen.


Herr Zonooz, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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