Montag, 12 November 2007 00:00

Die EU als Motor gesellschaftlichen Engagements. Überblick und aktuelle Entwicklungen

geschrieben von  Florian Wenzel

Im Rahmen der Recherchen zum Carl Bertelsmann Preis 2007, der auf die Förderung des gesellschaftlichen Engagements bei Kindern und Jugendlichen fokussierte (siehe  Artikel "gesellschaftliches Engagement als Bildungsziel"), hat Florian Wenzel ein Gutachten zur Rolle der EU erstellt.

European Active Citizenship entwickelt sich derzeit auf internationaler Ebene als umfassendes Konzept demokratischer Bildung. Das Gutachten analysiert die hierfür entscheidenden Ansätze und Initiativen der Europäischen Union. Der Fokus liegt dabei auf den Förderprogrammen JUGEND und JUGEND IN AKTION. Die abschließenden Empfehlungen zeigen auf, wie die Bürgergesellschaft auf europäischer Ebene weiter entwickelt werden kann.

Hintergrund

Gesellschaftliches Engagement von Kindern und Jugendlichen leistet einen wichtigen Beitrag zur Funktionsfähigkeit von Demokratie. Durch Partizipation, also Teilhabe an öffentlichen und gesellschaftlichen Belangen, wird ein Mehrwert generiert, den das formale politische System nicht leisten kann: der Kerngedanke der Demokratie, in immer neuen Aushandlungsprozessen die Gesellschaft zu gestalten, wird hier gelebt und über Generationen hinweg tragfähig gemacht. Deshalb bedeutet gesellschaftliches Engagement gerade von Kindern und Jugendlichen eine Weiterführung des Prozesses der Demokratie jenseits des repräsentativen Systems, wohl aber zu seiner Unterstützung.

Der Fokus der Europäischen Union hinsichtlich der Förderung des gesellschaftlichen Engagements liegt eindeutig bei den Jugendlichen. Die Maßnahmen der Europäischen Union zur Stärkung gesellschaftlichen Engagements konzentrieren sich zudem ausschließlich und bewusst auf den Bereich jenseits formaler Bildungssysteme. Nicht formale Lern- und Beteiligungsprozesse werden in ihrer Ziel- und Ergebnisoffenheit unterstützt und sind so nah an dem, was in Deutschland seit einiger Zeit unter „Demokratie-Lernen“ diskutiert wird, ein wesentlich erweitertes Verständnis von politischer Bildung auf individueller und struktureller Ebene darstellt. Als Rahmen und Ausgangspunkt befindet sich der didaktische Anspruch der Europäischen Union somit an vorderster Front der aktuellen Diskussion und bietet gute fachwissenschaftliche Anknüpfungspunkte.


Überblick über das Gutachten

Das Gutachten stellt begriffliche Entwicklungslinien hinsichtlich des Bildungsziels des gesellschaftlichen Engagement durch die verschiedenen Förderprogramme, Konsultationsprozesse und Arbeitspapiere dar und analysiert die gegenwärtig relevante Begrifflichkeit von European Active Citizenship.

Danach werden die Beteiligungsstrukturen und -instrumente für Jugendliche innerhalb der Europäischen Union dargestellt und die jüngsten Entwicklungen in diesem Bereich analysiert. Zwei große Förderprogramme werden eingehender analysiert: das bisherige Förderprogramm JUGEND wird hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Konsequenzen analysiert und die veränderte Ausrichtung des neuen Programms JUGEND IN AKTION beleuchtet. Dabei wird auf das gewandelte Partizipationsverständnis und die zunehmende Integration einzelner Programmbereiche durch vernetzte Maßnahmen der Europäischen Union eingegangen. Abschließend werden Empfehlungen gegeben, wie die Weiterentwicklung einer „Europäischen Bürgergesellschaft“ voran getrieben werden sollte.

 

Download

Wenzel, Florian:
Die Rolle der EU bei der Förderung des gesellschaftlichen Engagements von Kindern und Jugendlichen.
Expertise zum Carl-Bertelsmann-Preis 2007.
Gütersloh 2007.
24 Seiten.

Gelesen 338 mal Letzte Änderung am Montag, 19 September 2016 15:07
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