| Das Konzept: Community of Practice |
| Geschrieben von Florian M. Wenzel | ||
| Montag, 3. Dezember 2007 | ||
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Besonders vor dem Hintergrund der geschichtlichen Belastung durch den Begriff „Volksgemeinschaft“ ist community ein Alternativkonzept. Community wird weitgehend als selbstorganisiert verstanden und betont neue Formen sozialen Austauschs (z.B. online-community oder neighbourhood community). Practice wird seit einiger Zeit im Hinblick auf Projekte oder Verfahren mit „Best Practice“ oder „Good Practice“ in Verbindung gebracht und meint soviel wie „bewährte Praxis“ oder „Erfolgsmethode“. Das bedeutet, dass bei practice immer schon etwas von Können, Handwerk und Geschick mitschwingt. Damit hat practice nicht nur mit der Anwendung von Theorie in der Wirklichkeit (also Praxis) zu tun, sondern kann als Prozess des Lernens verstanden werden. Dieser Lernprozess beinhaltet die Wissenserweiterung
durch Reflexionsprozesse und Aufgabenoptimierung. Die Anwendung: Das Netzwerk Politische Bildung Bayern
Die community of practice wird oft in Verbindung mit Online-Communities erwähnt, die neue Formen des Wissensmanagements erproben und betreiben. Unsere Homepage ist eine solche Plattform, die es ermöglicht, sich zum Thema politische Bildung zu profilieren (Datenbanken), etwas beizutragen (Infomarkt), von anderen zu lernen (Archiv) und gemeinsame Erfahrungen auszutauschen (Kontakte). Für die gemeinsame Weiterentwicklung entscheidend bleiben jedoch sozial erlebte Kommunikationsprozesse. Anders als in strukturierten und formalisierten Arbeitsbeziehungen gibt es in communities of practice keine festgelegten Rollen – diese werden von den Einzelnen geformt, indem sie sich durch andere angenommen oder abgelehnt fühlen, sich in ihrer Rolle erproben und einen Platz finden. So entwickeln sich in einem dynamischen Prozess Strukturen und Rollen wie Experten, aktive und weniger aktive Mitglieder, Moderatoren, Beobachter etc. Die sozialen Beziehungen werden infolgedessen als Grundlage und Voraussetzung für inhaltliches und zielgerichtetes Arbeiten verstanden. All dies geschieht authentisch von Angesicht zu Angesicht. Gleichzeitig wird politische Bildung erlebbar (practice) dargestellt. Einerseits in Projekten aus Bayern, andererseits im Austausch über persönliche Motivationen und Visionen der Beteiligten.
Grundlegende Literatur:
Wenger, Etienne, Richard McDermott und William Snyder: Cultivating communities of practice: a guide to managing knowledge. Harvard Business School Press, 2002 Hildreth, Paul und Chris Kimble (Hrsg.): Knowledge Networks: Innovation Through Communities of Practice. London: Idea Group Inc., 2004 |
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