Montag, 14 Mai 2012 00:00

Nachgefragt: Andreas Weiß - Praktikant im Netzwerk Politische Bildung Bayern

geschrieben von  Christian Fey

Andreas Wei Foto schwarz weiss-1

Andreas Weiß hat im Rahmen seines Studiums (Bachelor Sozialwissenschaften) ein zweimonatiges Praktikum im Netzwerk Politische Bildung Bayern absolviert. Wir haben mit ihm über seine Hintergründe und die Erfahrungen gesprochen, die mit diesem Praktikum verbunden waren.

Was hat dich bewogen, ein Praktikum im Bereich der politischen Bildung bzw.Konkret im Netzwerk politische Bildung Bayern zu absolvieren?

Bereits in meiner Schulzeit hatte ich das Glück, in Kontakt mit hervorragenden politischen Bildnern zu stehen. So wurde ich schon früh auf die Bedeutung einer aufgeklärten Auseinandersetzung mit politischen Themenkomplexen aufmerksam. Meine Studienwahl stand damit in keiner geringen Verbindung, und so ergab sich nahezu von selbst der Schritt zu einem Praktikum im Netzwerk Politische Bildung Bayern. Der Vermittlung politischer Grundkenntnisse und freiheitlichdemokratischer Überzeugungen ist aus meiner Sicht enorme Bedeutung zuzumessen. Die Möglichkeit, sich an diesem Prozess aktiv zu beteiligen, bot so aus meiner Perspektive die Chance, einen Einblick in die Praxis zu erhalten und einen Beitrag zu leisten.

Welche Erfahrungen hattest du bereits in diesem Bereich?

Das Praktikum bildete meine erste praktische Erfahrung.

Was waren deine Aufgaben und Tätigkeiten während des Praktikums?

Zu meinen Aufgabenfeldern gehörte vornehmlich das Verfassen von Artikeln zu verschiedenen Themen, welche schließlich im Rahmen des Online-Auftritts veröffentlicht wurden. Dazu gehörte die eigenständige Recherche von relevanten Beiträgen, das Verfassen eines zur Veröffentlichung geeigneten Artikels sowie der Umgang mit dem Beitragsverwaltungssystem der Plattform. Vier Wochen lang hatte ich die Gelegenheit, eigenständig an einer Artikelserie zur politischen Bildung im internationalen Kontext zu arbeiten. In diesem Rahmen wurden insgesamt 15 Artikel angefertigt, welche jeweils den aktuellen Stand, neue Entwicklungen, besondere Probleme oder Herausforderungen der politischen Bildung in einem Staat zum Thema hatten.

Was konntest du in deiner Zeit lernen und welche Kompetenzen wurden deiner Ansicht nach dadurch gefördert?

Meine Haupttätigkeit im Praktikum stellte das Aufarbeiten von thematischen Zusammenhängen sowie Berichte in Form von verständlichen und dennoch fachlich korrekten Beiträgen dar, und steht somit im Zusammenhang mit einer zentralen Qualifikation meines Studienganges. Mit dem Hintergrund der schlussendlichen Veröffentlichung von Beiträgen auf den Internetseiten des Netzwerkes ging auch ein gewisser technischer Aspekt einher. So wurde im Rahmen eines kurzen Workshops die Grundlagen des Content-Management-Systems, in welches Artikel von mir eingepflegt werden sollten, vermittelt. Mit dem nahezu täglichen Umgang mit diesem konnte auch hier ein Lernerfolg erzielt werden, indem ich mir die Handhabung moderner, inhaltsbezogener und internetbasierter Informationstechnik aneignen konnte.

Welches sind für dich die wichtigsten Herausforderungen der politischen Bildungsarbeit im Blick auf deine Generation?

Persönlich sehe ich zwei generelle Herausforderungen, welchen sich die Politische Bildung stellen muss. Die subjektiv zunehmende Politikverdrossenheit unter Jugendlichen stellt dabei das eine Extrem dar; das dem zugrunde liegende Desinteresse und Resignation gegenüber den Partizipationsmöglichkeiten gilt es effektiv zu unterbinden. Darüber hinaus bildet die mit großem Engagement betriebene Einflussnahme extremer politischer Gruppen auf Jugendliche eine eine weitere, dringende Herausforderung. Diese tangiert zwar nicht ausschließlich die Politische Bildung, sollte aber dennoch weiterhin auf deren Agenda stehen.

Was würdest du dem Netzwerk Politische Bildung Bayern für die Zukunft mit auf den Weg geben?

Das Netzwerk Politische Bildung Bayern sollte weiterhin die zentrale Funktion vertreten, für welche es sich auszeichnet: die Ermöglichung der Vernetzung und des Austauschs für die politische Bildungsarbeit.

Welche Rolle wird politische Bildung in deinem Leben zukünftig spielen?

Ich werde weiterhin die aktuellen Entwicklungen in der Politischen Bildung und insbesondere des Netzwerks mit Spannung verfolgen. Allerdings werde ich mich in absehbarer Zeit nicht in einem praktischen Sinne mit der Politischen Bildung beschäftigen können. Meine weitere akademische Ausbildung wird mich zumindest auf einer wissenschaftlichen Ebene in eine andere Richtung lenken.

Zum Abschluss des Interviews, würde ich darum bitten, folgende Halbsätze zu beenden...

Politische Bildung bedeutet für mich...

...das Bewahren eines zentralen Elements der repräsentativen Demokratie!

Erfolgreiche politische Bildung...

...ermöglicht aufgeklärte politische Partizipation.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Christian Fey für das Netzwerk Politische Bildung Bayern

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