Johannes Wessel-Bothe

Johannes Wessel-Bothe

Seit 2010 ist Valentum Planspiele im Bereich der politischen Jugendbildung als zuverlässiger Partner von Europäischen Institutionen, Kommunen und Städten sowie politischen Stiftungen deutschlandweit tätig und erfolgreich. Für unterschiedliche Auftraggeber werden jährlich rund 40 Simulationen mit durchschnittlich ca. 35-40 Teilnehmer/innen umgesetzt. Unter den Teilnehmer/innen sind 13-jährige Schüler/innen genauso wie erfahrene Lehrkräfte und Student/innen. Fast jedes zweite Mal kommen Politiker/innen oder lokale Pressevertreter/innen zu den Planspielterminen.

Aktuell erleben wir einen Trend immer stärker werdender populistischer Parteien, die direkt oder indirekt dazu beitragen, dass Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie Antisemitismus, Antiislamismus, Rassismus, oder Homophobie zunehmen. Darüber hinaus bereiten gewaltbereiter Salafismus und Dschihadismus Sorge. Um diesem Trend entgegen zu wirken, das gesellschaftliche Klima (wieder) zu erwärmen und Zusammenleben zu einem positiven Erlebnis für alle Beteiligten zu machen, bieten verschiedene Träger Fördermöglichkeiten und Ansprechpartner zu den Themen Demokratie und Toleranz. Einige davon möchten wir im Folgenden vorstellen.

Montag, 16 Januar 2017 19:25

Event Selbstbestimmung und Integration

Wie sollen geflüchtete Menschen und Einheimische sich kennenlernen? Wie kann man Orte schaffen, in denen sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen miteinander austauschen können? Wie kann ein gemeinsames Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft aussehen?
Diese und andere Fragen werden auf dem Kongress des Wertebündnis Bayern mit Jugendlichen zwischen 16 und 26 Jahren diskutiert.


Eine Demokratie bietet uns viele Vorzüge und Annehmlichkeiten: Sie stattet alle Staatsbürger mit den gleichen Rechten aus, bietet weitgehende Freiheiten zur persönlichen Entfaltung und geht bestmöglich auf die Bedürfnisse Aller ein. Doch auch eine Demokratie ist nicht frei von Problemen und Gefahren. Welche dies sind, was sie gefährlich für das gesellschaftliche Zusammenleben macht und wie man mit ihnen umgehen kann, damit beschäftigen sich die Teilnehmer der Tagung: „Über „Täter“ und „Opfer“ in der Demokratie“, welche das Gesellschaftswissenschaftliche Institut München für Zukunftsfragen, die Akademie Führung und Kompetenz am Centrum für angewandte Politikforschung München (CAP) und das Netzwerk Politische Bildung Bayern, am 25.02.2017, in Kooperation veranstalten.

Argumentieren unter Stress ist für die Wenigsten ein leichtes Unterfangen. Wer es beherrschen möchte muss zunächst einmal sich selbst, das heißt, die eigenen stressbedingten körperlichen und emotionalen Reaktionen beherrschen. Leichter gesagt als getan. Emotionen wie Angst, Wut oder Empörung hindern uns daran klare Gedanken zu fassen und damit auch auf gewohntem Niveau weiter zu Argumentieren. Jeder kennt das Phänomen, dass einem die eloquenten, humorvollen und schlagfertigen Antworten in der Regel erst dann einfallen, wenn die Situation, in welcher sie eigentlich benötigt werden, lange vorüber ist.

Am 3. November startet eine Veranstaltungsreihe zum Thema „rechtliche Rahmenbedingungen von Erziehung und Bildung“ an der Universität Augsburg. Hinter dem Titel „Wie kultiviere ich die Freiheit bei dem Zwange?“, einem Kant-Zitat, verbergen sich verschiedene interessante Veranstaltungen, in denen es um die rechtlichen Bezüge pädagogischen Handelns in ganz konkreten Kontexten –  wie Familie oder Asyl – gehen soll. Zugleich werden aber auch allgemeiner-theoretische Formen des Umgangs mit erziehungswissenschaftlichen Kernfragen innerhalb der Rechtswissenschaft diskutiert, etwa das Verhältnis von Strafe und Erziehung und das dabei zur Anwendung kommende Erziehungskonzept.

Die Veranstaltungsreihe ist öffentlich und jeder interessierte herzlich eingeladen teinzunehmen.

Im Rahmen eines Seminars „Erwachsenenbildung in der Einwanderungsgesellschaft“ bei Dr. Christian Boeser-Schnebel wurden verschiedene Interviews mit Bildungsakteuren geführt.
Melinka Karrer ist Trainerin und Coach an der bsct Akademie München. Im Rahmen ihrer Tätigkeit führt sie Seminare und Trainings zu den Themen Kommunikation, Konfliktmanagement, Persönlichkeitsentwicklung/ Wertefindung, Achtsamkeit, Teambuilding und interkulturelle Kompetenz durch. In diesem Interview spricht sie über Erwachsenenbildung und den Wert den diese für eine Gesellschaft darstellen kann.

Im Rahmen eines Seminars „Erwachsenenbildung in der Einwanderungsgesellschaft“ bei Dr. Christian Boeser-Schnebel wurden verschiedene Interviews mit Bildungsakteuren geführt.
Prof. Dr. Ulrich Klemm ist Geschäftsführer des Sächsischen Volkshochschulverbandes und Honorarprofessor an der Universität Augsburg. Im Interview spricht er über den Prozess der Integration von Flüchtlingen und welche Rolle Zivilgesellschaft und Volkshochschulen dabei spielen.

Gleichheit ist einer der wichtigsten Grundsätze eines demokratischen Staates. In Bezug auf Wahlen und damit die Legitimierung derjenigen, die die Anliegen des Volkes vertreten und aushandeln, ist die gleiche Partizipationsmöglichkeit aller heute entscheidend. Die „allgemeine, unmittelbare, freie, gleiche und geheime Wahl" ist Bestandteil eines modernen Demokratieverständnisses.
Dabei ist diese Errungenschaft in der sich seit der Antike entwickelnden Staatsform der Demokratie erst relativ spät aufgetaucht. Bis nach dem ersten Weltkrieg waren etwa Frauen und Angehörige von Minderheiten von den Wahlen ausgeschlossen. 

Der Verein „Ufuq“ leistet wichtige Arbeit mit Jugendlichen im Spannungsfeld Islam, Islamismus und Islamfeindlichkeit. Obwohl Muslime in Deutschland längst keine exotische Minderheit mehr sind, wird weiterhin darüber gestritten ob der Islam nun zu Deutschland gehöre oder nicht. „Ufuq“ möchte hier gezielt mit sachlicher und unaufgeregter Argumentation in die Debatte eingreifen. Dazu gehört auch die „Vielfältigkeit muslimischer Denk- und Lebenswelten sichtbar zu machen“ denn wer „Vielfalt kennt, hat Alternativen – zu traditionalistischen und zu ideologischen Positionen“. Oder: Wer weiß, dass „Islam“ nicht gleich „Islam“ und „Muslim“ nicht gleich „Muslim“ ist, der wird nicht mehr von der „Islamisierung Deutschlands“ sprechen, so die Hoffnung.

Seite 1 von 2