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Rezensionen (42)

Montag, 09 Januar 2017 14:59

Jan-Werner MĂŒller: Was ist Populismus? Ein Essay

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„Populisten, wohin das Auge reicht“ – mit dieser Feststellung beginnt Jan-Werner Müller, der Politische Theorie und Ideengeschichte an der Princeton University lehrt, sein schmales, aber gehaltvolles Bändchen über das brandaktuelle Thema. Der Autor will nicht tagespolitischen Aufgeregtheiten nachhecheln, sondern grundsätzliche Fragen, was Populismus eigentlich ist oder wer wirklich ein Populist ist, behandeln.

Kongruenz zwischen politischer Kultur und politischer Struktur ist von großer Bedeutung für die Stabilität einer Gemeinschaft. Voraussetzung für eine demokratische Kultur ist daher eine partizipative politische Kultur. Doch wie gelingt es dem Bürger, selbstbewusst einen Teil zum politischen Diskurs beizutragen?

Argumentieren unter Stress ist für die Wenigsten ein leichtes Unterfangen. Wer es beherrschen möchte muss zunächst einmal sich selbst, das heißt, die eigenen stressbedingten körperlichen und emotionalen Reaktionen beherrschen. Leichter gesagt als getan. Emotionen wie Angst, Wut oder Empörung hindern uns daran klare Gedanken zu fassen und damit auch auf gewohntem Niveau weiter zu Argumentieren. Jeder kennt das Phänomen, dass einem die eloquenten, humorvollen und schlagfertigen Antworten in der Regel erst dann einfallen, wenn die Situation, in welcher sie eigentlich benötigt werden, lange vorüber ist.

„Die Protagonisten der Migration selbst kommen also eher selten zu Wort“

 Gessner 2014, S. 5

Noch immer dominiert eine strukturell-gesellschaftliche Perspektive wenn es um Diskurse zum Thema Migration geht. Im Bezug auf eine pädagogisch-didaktische Ebene wird eine differenzierte Betrachtung der mit Migration und Einwanderung in Zusammenhang stehenden Phänomene immer dringlicher. In den Vordergrund drängt sich zunehmend die Frage danach, wie Individuen spezifische Erfahrungen vor dem Hintergrund individueller, biographischer Migrationsgeschichten verarbeiten. Auch die Didaktik der politischen Bildung hat sich bisher kaum mit der Rezeption von politischer Bildung durch Menschen mit Migrationshintergrund angenommen.

Es sollte Kindern möglich und erlaubt sein, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass es sehr verschiedene Arten zu leben, zu lieben und sich auf andere Menschen zu beziehen gibt. Deswegen haben wir uns zur Aufgabe gemacht, dieses Kinderbuch zu produzieren.
Die Idee für dieses Buch entstand in einer Reihe von Gesprächen, während derer uns auffiel, wie ausschließend und normativ Kinderliteratur üblicherweise ist: Die meisten Kinderbücher reproduzieren normative Vorstellungen und stereotype Vorannahmen, anstatt sie kritisch zu hinterfragen.

Mittwoch, 17 Juni 2009 00:00

Was ist Was – Wissen zum Selbstentdecken

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Wer kennt sie nicht, die anschaulich bebilderten Bände im Hardcover-Format des Tessloff Verlags, die seit 1963 zu den unterschiedlichsten Themen und Wissensgebieten für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren erscheinen. Es wird nur wenige städtische Büchereien geben, in denen nicht zumindest eine Auswahl aus der inzwischen 127 Titel umfassenden Reihe zu finden ist, deren Autoren sich zum Ziel gesetzt haben, die Informationen für die dargestellten Zusammenhänge verständlich und doch mit einem Anspruch aufzubereiten, der sich in vielen Bereichen auch vor dem eines Schulbuchs nicht zu verstecken braucht.
Wir haben einen Blick in die beiden für den Themenbereich unseres Portals besonders interessanten Bände mit den Titeln „Deutschland" und „Demokratie" geworfen.

Unter dem Titel Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ein Vergleich der gesetzlichen Bestimmungen in den Bundesländern hat das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. im Oktober eine Studie vorgelegt, die den Ist-Zustand von Kinderrechten auf der legislativen Ebene von Bund, Ländern und Kommunen zu den Zielen, die sich aus der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ergeben, in Bezug setzt.

 

 

 

 

Quelle: Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen in Deutschland - Kinderhilfswerk e.V.

Wie kann politische Bildung in der Grundschule gelingen? Verschiedene Formen von kindlicher Partizipation werden immer häufiger als Schlüsselbegriffe für das demokratische Lernen in der Schule verwendet. Zumeist werden aber diese Schlagworte inflationär ohne praxisorientierte Anbindung verwendet.

Diese Arbeit setzt sich zum einen mit den grundlegenden theoretischen Aspekten der politischen Bildung bei Kindern auseinander und zeigt zum anderen in der Darstellung von ausgewählten Fällen die Kommunikations- und Handlungsprozesse der Kinder und Lehrer in der Situation einer Klassenkonferenz. Im Zentrum der empirischen Arbeit steht die Analyse der Institutionalisierung einer demokratischen Streitkultur in der Grundschule. Dabei bietet die Klassenkonferenz den forschungs- und unterrichtsmethodischen Zugang zur Erfassung von demokratischen Lernprozessen.

Donnerstag, 13 September 2007 00:00

Aus Politik und Zeitgeschichte: Politische Bildung

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Eine komplette Ausgabe der von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Reihe "APuZ - Aus Politik und Zeitgeschichte" widmet sich dem Thema "Politische Bildung". Dabei wurde das Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchtet und hinsichtlich verschiedener Zielgruppen diskutiert. So enthält die Ausgabe folgende Beiträge:

 

Den komplexen wie drängenden Fragen von Integration im Kontext von Migrationsprozessen stellt sich das Praxishandbuch „SPRACHE - MACHT - DEMOKRATIE - Politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft“ in seinen theoretischen Ausführungen und pädagogisch-didaktischen Umsetzungen.

Die Aktualität und Brisanz des Themas Integration im Kontext von Migrationsprozessen und speziell gegenüber Einwanderung in Deutschland nimmt stetig zu, ebenso wie die Kontroversen bezüglich der gesellschaftlichen Einstellungen und politischen Interventionen zu diesem Themenkomplex. Seit Januar 2005 regelt das Zuwanderungsgesetz zwar die formalen Gegebenheiten der Einwanderung, die gesamtgesellschaftliche Uneinigkeit über die Gestaltung von „Integration“ wird allerdings nicht beigelegt. In einem Punkt des Diskurses scheinen sich VertreterInnen aus Politik, Verbänden und dem Bildungsbereich allerdings einig zu sein: grundlegende Voraussetzung einer gelungenen Integration von Migranten ist der Erwerb der deutschen Sprache. Zugegeben, eine funktionierende Kommunikation zwischen Menschen kann zum gegenseitigen Verständnis beitragen und soziale Spannungen abbauen - schafft der Erwerb der deutschen Sprache aber auch eine stärkere Identifikationsrate im Bereich der sozialen Integration und gesellschaftlichen Partizipation? Werden Migrantinnen und Migranten tatsächlich besser integriert wenn sie Deutsch sprechen? Und was geschieht mit den identitätsstiftenden Herkunftssprachen der Einwanderer?

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