Mittwoch, 11 März 2009 00:00

Socken + Münzen = Menschenrechtsbildung?! Wie Menschenrechte erlebbar werden

geschrieben von  Theresa Riechert

socken r by bellmers pixelio.de

© bellmers / pixelio

Man nehme eine Gruppe von 8 bis 25 Teilnehmern, 3 paar Socken, 120 Münzen und 90 Minuten Zeit. Das sind die Voraussetzungen um das „Recht auf Gleichheit an Würde und Rechten", das „Recht auf Bildung" und das „Recht auf Gesundheit, Nahrung und Obdach" greifbar und erlebnisorientiert thematisieren zu können. Die Übung nennt sich „Der Kampf um Geld und Macht" und ist dem Handbuch zur Menschenrechtsbildung entnommen, beide sollen im Folgenden näher dargestellt werden.

 

„Der Kampf um Geld und Macht"

Dabei handelt es sich um ein Simulationsspiel, das für die ungleiche Vermögens- und Machtverteilung und die Ungerechtigkeit der Armut sensibilisieren möchte. Im ersten Teil versuchen die Teilnehmer möglichst viel Macht und Geld (in Form der Münzen) zu ergattern, wobei nicht alle die gleichen Voraussetzungen haben: manche Tragen beispielsweise ein paar Socken über den Händen, einige bekommen bereits im Voraus Münzen, wieder andere dürfen sich gar nicht beteiligen. Nachdem Macht und Geld verteilt sind, wird festgehalten, welcher Reichtums-, bzw. Armutsklasse jeder angehört. Danach gibt es die Möglichkeit, als „edler Spender" etwas von seinem Vermögen abzugeben, bevor die Gruppe, je nach Vermögensklasse, in drei Gruppen geteilt wird. Die Gruppen erarbeiten daraufhin einen Plan, wie Vermögen und Macht gerecht verteilt werden könnten. Zuletzt stimmt die gesamte Gruppe für einen Plan ab, wobei nicht alle gleich viel Stimmen besitzen ...
Eine spannende Übung, die spielerisch an ein Thematik heranführt, die man ansonsten gerne links liegen lässt.

Die gesamte Anleitung und genaue Informationen zu dieser Übung können Sie sich als PDF herunterladen.

„Kompass - Handbuch zur Menschenrechtsbildung für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit" - Methoden + Wissen

kompass menschenrechtsbildung titelblatt

Entnommen ist die soeben geschilderte Übung dem Handbuch zur Menschenrechtsbildung, das für den deutschsprachigen Raum durch ein Kooperationsprojekt des Europarats, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Deutschen Instituts für Menschenrechte entstand. Dabei ist das Ziel dieses Buches, Personen aus der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit mit jungen Menschen zur eigenen Durchführung von Methoden der Menschenrechtsbildung zu ermutigen und zu befähigen. Dieser Praxisbezug spiegelt sich auch im Aufbau des Buches wider.

Inhalt:

Das Handbuch beginnt mit einer kurzen, praxisbezogenen Definition der Menschenrechtsbildung als Teilbereich der politischen Bildung und mit grundsätzlichen Hinweisen für die Moderation. Den Hauptteil bildet eine Sammlung von insgesamt 49 Methoden und Aktivitäten, die anhand der Kategorien Themenbereich, Komplexität, Gruppengröße, Zeit und weiteren umrissen werden. Durch eine anschauliche Kurzbeschreibung des Ablaufs und der Zielsetzungen werden die Methoden für den Leser greifbar. Eine Vorbereitungs-Checkliste, Arbeitsmaterialien, sowie Tipps zur Durchführung und Nachbereitung machen die Methoden schließlich leicht anwendbar. Im hinteren Teil des Werkes finden sich hingegen Hintergrundinformationen zu den Menschenrechten und dem Menschenrechtsschutz.
Dabei steht die praktische Durchführung nicht nur im Zentrum des Buches, sondern auch der Gedanken und durch die genaue Anleitung und die ausführlichen Informationen zu den einzelnen Übungen motiviert einen das Handbuch die ein- oder andere Methode selbst einmal anzuwenden!

Weitere Informationen:
Das Handbuch steht in kompletter Fassung und mit weiterführenden Zusatzmaterialien und Informationen im Internet unter: www.kompass.humanrights.ch.

Gelesen 1074 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 05 November 2014 22:28
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