Montag, 24 Mai 2010 00:00

“Der Wettlauf um die erste Ort-Switch-Maschine der Welt“ – Bewegung gefragt!

geschrieben von  Theresa Riechert

aufwrmspiel hermes57

(c) pixelio / hermes57

Morgens, 8:00 Uhr: Die Stunde beginnt, doch alle Schüler sind noch nicht ganz im Wachzustand angekommen...
Abends, 19:00 Uhr: Der beliebte Einheitenblock nach dem Abendessen, die Gedanken aller Seminarteilnehmer sind bereits beim wohlverdienten Feierabend, ...
Schwierige Situationen: Wie soll man die Teilnehmenden (wieder) zum Thema hinführen? Wie einen arbeitsfähigen Zustand erreichen? Was hier auf alle Fälle hilfreich ist, ist Bewegung. Ideal natürlich, wenn dabei das Sportliche gleich zum Inhaltlichen hinführt. Wie ein gewöhnliches „Warm Up"-Spiel mit Inhalten der politischen Bildung beispielsweise verknüpft werden kann, zeigt „Der Wettlauf um die erste Ort-Switch-Maschine der Welt".

Kurzbeschreibung:

Ein paar Unternehmen sind kurz davor, die erste Ort-Switch-Maschine der Welt, mit der man mühelos und in Sekundenbruchteilen von einem Ort zum anderen „switchen" kann, fertigzustellen. Es fehlen nur noch die letzten Materialien. Diese zu besorgen und gleichzeitig zu verhindern, dass die anderen ihre benötigten Materialien zusammensammeln wird letztendlich darüber entscheiden, wer den Wettlauf um die erste Ort-Switch-Maschine für sich entscheidet.

Die Vorbereitung:

Für jede Gruppe wird eine „Basisstation" benötigt: diese kann durch ein Seil, Klebeband, Reifen o. ä. gekennzeichnet werden. Wichtig dabei ist, dass sie im jeweils gleichen Abstand zu einem mittleren Kreis liegen, der das Materiallager darstellt. Jede Basisstation erhält dabei eine Farbe (entweder ist die Begrenzung farbig, oder es wird ein Zettel angebracht). In dem mittleren Kreis, dem Materiallager, befinden sich jeweils gleich viele Gegenstände in den Farben der Basisstationen: ideal sind beispielsweise bunte Bälle, aber auch Luftballons, farbige Zettel oder andere Gegenstände sind geeignet. Wie der Aufbau aussehen kann, sehen Sie hier.

Zu Beginn werden nun aus den Teilnehmenden 3 bis 6 Gruppen gebildet, wobei jede aus 4 bis 7 Personen bestehen sollte. Die Gruppen werden daraufhin je einer Farbe und somit einer Basisstation zugeordnet und verteilen sich an ihre unterschiedlichen Basisstationen. Dann wird die Mission erklärt.

Die Mission: Bau der ersten Ort-Switch-Maschine der Welt

Seit Jahren tüfteln unterschiedliche Unternehmen an der Entwicklung einer Ort-Switch-Maschine, die es ermöglichen würde, Gegenstände und Menschen in Sekundenbruchteilen von einem Ort zum anderen zu befördern, sodass alle Transportprobleme für immer der Vergangenheit angehörten – kaum vorstellbar, wie viel Ruhm und Geld das dem Unternehmen einbringen würde. Ein paar Unternehmen sind mittlerweile ganz nah dran, sie brauchen nur noch letzte Bauteile, allerdings wissen sie auch, dass sie nicht die einzigen sind. Deshalb wetteifern sie nun darum, wer als erstes alle erforderlichen Bauteile zusammen hat und somit die allererste Ort-Switch-Maschine der Welt fertigstellen kann.
Die Aufgabe also: alle Gegenstände der eigenen Farbe in der Basisstation des Unternehmens zu sammeln und gleichzeitig zu verhindern, dass andere schneller ihre Gegenstände beisammen haben.

Die Regeln für den Spielverlauf

Allerdings gibt es auch ein paar Regeln, die die Unternehmen beachten müssen:

Ziel des Spieles ist es, alle Bauteile / Gegenstände in der eigenen Farbe als erstes in der Basisstation zu versammeln. Wenn die erste Gruppe das geschafft hat, endet das Spiel.
Dabei darf jeweils nur ein Spieler einer Mannschaft auf einmal laufen, um ein Bauteil zu holen, die anderen müssen an ihrer Basisstation verbleiben, bis er wieder zurückgekehrt ist. Dann kann jemand anderes los.
Es darf immer nur ein Bauteil auf einmal transportiert werden.
Es dürfen nicht nur Bauteile in der eigenen Farbe, sondern auch Bauteile der anderen Gruppen gesammelt werden.
Die Bauteile können entweder im zentralen Materiallager geholt werden, oder auch den anderen Unternehmen aus ihren Basisstationen geklaut werden.
Die Teilnehmer dürfen ihre Basisstation zwar bewachen, indem sie sich Dieben anderer Unternehmensmitgliedern in den Weg stellen, aber sie dürfen sie nicht mit Händen oder Füßen abwehren.

Das Wichtigste in Kürze

Allgemeine Zielsetzungen

  • Auflockerung des Seminars durch ein bewegungsreiches Spiel.
  • Erleben von strategischem Handeln in unübersichtlichen Situationen.
  • Ausgangslage für die Thematisierung von kompetitivem und kooperativem Handeln schaffen.
  • Für den Wettlauf um Innovation (in verschiedensten Bereichen und Zeiten) zu sensibilisieren.

Teilnehmerzahl 12 bis 42 Personen
Zeit

  • 20-30 Minuten

Örtlicher Rahmen

  • Es bedarf viel Platz und Stolperquellen müssen zuvor aus dem Weg geräumt werden: ideal natürlich in einer Turnhalle, aber es geht auch Draußen, oder im Flur, oder einem großen Seminarraum.

Material

  • Abgrenzungen für Basisstationen und Materiallager
  • Gegenstände (zwischen 6-15) in verschiedenen Farben (je nach Gruppenanzahl).

Reflexionsleitfaden

Reflexion:

Die Reflexion sollte in jedem Fall die allgemeinen Erlebnisse, Eindrücke und Empfindungen der Teilnehmenden einfangen. Darüber hinaus gibt es spezifische Thematiken, auf die hin das Erlebte betrachtet werden kann, wie beispielsweise den Wettlauf um Innovation auf unterschiedlichsten Ebenen, oder das kompetitive Verhalten zwischen den Gruppen, beziehungsweise das gemeinsame Aushandeln der Strategie in den Gruppen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Der Reflexionsleitfaden enthält dementsprechend verschiedene Kategorien, die als Anregungen dienen sollen, was thematisiert werden kann. Bei dem Vergleich mit der Realität in Wirtschaft und Politik ist dabei natürlich stets darauf zu achten, dass auch die Differenzen zwischen dem Spiel und der Wirklichkeit herausgearbeitet werden und die größere Komplexität den Teilnehmenden verdeutlicht wird. Anregungen finden sich im Reflexionsleitfaden.

Gelesen 998 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 05 November 2014 19:58
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