Mittwoch, 13 Juli 2011 00:00

Die Methode 7x3x2: Viel Inhalt in kurzer Zeit

geschrieben von  Theresa Zeller und Miriam Apffelstaedt
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Bei Tagungen ist das Programm häufig straff geplant und genau strukturiert. Es sollen viele Informationen zugänglich gemacht werden, doch bleibt dafür nur wenig Zeit. Bei Fachtagungen kommt hinzu, dass die Teilnehmer häufig selbst Experten sind. Sie verfügen über ein hohes Maß an Wissen auf ihrem Gebiet und gehen in ihren Praxisprojekten oftmals erfolgreiche und innovative Wege. Von diesem Wissen und den Erfahrungen können die anderen Teilnehmer profitieren und lernen. Weiß man über die Projekte, Ziele und Arbeitsweisen der anderen, können sich Erfahrungen ergänzen.

 

Bei der Planung stellt sich also die Frage, wie man in einer relativ kurzen Zeit einen guten Überblick über die verschiedenen Projekte der Teilnehmer einer Tagung geben kann.

Eine Möglichkeit ist die Methode 7x3x2, die auf dem 4. Netzwerkforum der Politischen Bildung in Bayern "It's the democracy, stupid! Demokratie lernen. Wo? Wie? Wozu?" zum Einsatz kam:

Bei dieser Methode erhalten 7 ReferentInnen je 3 Minuten Redezeit um in 2 Runden den Zuhörer ihr Projekt vorzustellen, über Herangehensweisen und Highlights zu berichten sowie erste aufkommende Fragen zu beantworten. So bietet sich einem Teilnehmer die Möglichkeit verschiedenste ReferentInnen und Projekte in einem sehr kurzen Zeitraum kennenzulernen.

Was die Methode auszeichnet

Der Reiz der Methode liegt in der Komprimiertheit der Informationen. Das Wesentliche wird kurz und prägnant angesprochen. Dabei ist die Zeit bewusst kurz gehalten: Die insgesamt sechs Minuten pro ReferentIn sollen dazu dienen, zentrale Punkte darzustellen. Was in der ersten Runde zu kurz kam, kann in der zweiten Runde erneut aufgegriffen werden oder von besonderen Erlebnisse bei der Arbeit gesprochen werden.

Ziel der Methode ist es, als "Appetitanreger" zu dienen, um in Pausen, Arbeitsgruppen oder anderen Gelegenheiten Themen und Ideen zu vertiefen.

Durch die zeitliche Eingrenzung wird zudem eine Vielfalt an Inhalten ermöglicht, durch die die Teilnehmenden einen breiten Überblick über das jeweilige Themengebiet erhalten. Auch ungewöhnliche Projekte können vorgestellt werden, mit denen der Teilnehmer sonst vermutlich nicht in Kontakt gekommen wäre.

Ein weiteres Merkmal der Methode liegt in der Nähe zwischen Referenten und Zuhörern. Während der Vorträge besteht keine räumliche Trennung der Beteiligten, da die Referenten verteilt unter den restlichen Teilnehmern der Veranstaltung sitzen. Erst bei der Vorstellung ihres Projekts wechseln sie kurzzeitig die Rolle. Sie verlassen dazu nicht die Zuhörerreihen, sondern tragen von ihrem Platz aus vor. Indem sie aufstehen, sind sie für alle sichtbar. Gleichzeitig wird die Distanz vermieden, die entsteht, wenn von einem Pult oder der Bühne vorgetragen wird.

Anwenden der Methode

Es ist unbedingt notwendig, dass ein Moderator auf die Zeit achtet und den Prozess reguliert. Die Methode funktioniert nur, wenn die drei Minuten konsequent eingehalten werden und ein flüssiger Ablauf gewährleistet ist. Auch auf eventuelle Nachfragen kann der Leiter hinweisen und diese gegebenenfalls koordinieren.

Einige Leitfragen zur Qualitätssicherung

- Wurden Referenten ausreichend informiert, wie die Methode abläuft?

- Eignen sich die Referenten für diese Methode? Zeigen sie sich offen und bereit, sich an die Abmachungen zu halten?

- Eignet sich der Raum für die Vorstellung? Können die Referenten von allen gesehen und verstanden werden?

- Gibt es einen Moderator, der die Zeit überwacht und auf eventuelle Nachfragen hinweist?

Erfahrungen mit der Methode

Die Methode wurde auf dem Netzwerkforum/Tagung in Tutzing von den Teilnehmern sehr positiv aufgenommen und bewertet. Gerade für Experten im Bereich politische Bildung war es interessant einen Einblick in ganz neue Bereiche zu erhalten und sich mit diesen auseinanderzusetzen. Es wurde erste Kontakte geknüpft, die auf dem anschließenden Projektmarkt sowie im Laufe der Tagung vertieft werden konnten. Wer auf dem Netzwerkforum 2011 während der Methode 7x3x2 zu Wort kam können Sie hier lesen. 

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