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Jugendliche sind
faul, interessieren sich nicht für Politik und Engagement ist für sie ein
Fremdwort! Wirklich? - Nein. Die Jugendzeitschrift Spiesser stellt 100 engagierte Jugendliche
vor,
die von ihrem Engagement erzählen.
Einer davon ist Paul Gallep, 15 Jahre alt und aus Augsburg. Paul
arbeitet im tip-Team des Stadtjugendrings Augsburg. Wir haben mit ihm über
seine Motivation sich zu engagieren gesprochen und darüber, wie gute Projekte
für Jugendliche gestaltet werden sollten.
Wie bist du dazu
gekommen dich zu engagieren?
Angefangen hat mein Interesse damit, dass ich vor zwei Jahren ein
Projektmanagementseminar beim tip-Team besucht habe. Mich hat es einfach so interessiert, auch weil dort Themen
behandelt wurden, die man mal gebrauchen kann. Rhetorik zum Beispiel, für
Referate in der Schule. Dort habe ich auch Annette Kappes kennengelernt, die
für change in arbeitet. Bei dem Projekt engagieren sich
Jugendliche der achten und neunten Klassen aller Schultypen zweimal im Jahr
freiwillig in den unterschiedlichsten Einsatzstellen. Ich war bei change in in einer
Kinderkrippe und habe gemerkt, dass ich damit wirklich jemanden helfen kann und
bin dann beim tip-Team geblieben.
Ich finde es toll eigene Ideen einzubringen. Das motiviert
mich auch total. Es ist super sich selbst beteiligen zu können.
Ich bin da aber irgendwie rein gewachsen. Das war jetzt nicht so: „So, jetzt
engagiere ich mich mal."
Schon mal bei einem
besonders tollen Projekt mitgemacht?
Diesen Mai war ich beim Kindergipfel der Naturfreundejugend Deutschlands. Das Motto war „Kaufen wir uns die nächste
Erde"? Die Ergebnisse, die dort von uns in Workshops erarbeitet wurden, haben
wir dann auf der UN-Naturschutzkonferenz vorgestellt. Ich war fasziniert, wie
sich dort Kinder und Jugendliche ausgetauscht haben. Außerdem war ich im
Kinderrat, der den Kindergipfel mitorganisiert hat, auch das war interessant.
Es gab da dann viele Sachen, die mich beeindruckt haben: Sigmar Gabriel, der
Schirmherr des Kindergipfels ist, zu treffen war toll. Der WDR hat außerdem in den Kindernachrichten
neuneinhalb einen Bericht über unsere Arbeit im Kinderrat gedreht, auch das
fand ich spannend.
Und das größte Highlight war dann, auf der UN-Umweltkonferenz vor 5000
Delegierten unsere Forderungen vorzutragen. Das alles bestätigt mich einfach
weiterzumachen.
Wenn ich jetzt
„politische Bildung" sage, woran denkst du zuerst?
An Schule. Aber ich denke, dass machen die meisten Schüler. Ich denke aber auch,
dass es ganz viele Möglichkeiten für politische Bildung gibt. Oft fehlt einfach
die Bindung der Jugendlichen zum Thema.
Was muss denn dann
ein gutes Projekt für dich haben?
Also ganz generell funktioniert politische Bildung und soziales Engagement
ganz sicher nicht, wenn ein Lehrer vorne steht und referiert. Jugendliche haben
ja eigene Interessen, die müssen dann auch angesprochen werden. Ein Rap-Projekt
oder so was, da wird schon auch einiges gemacht. Ich glaube, dass Jugendliche
schon Interesse an Politik und sozialem Engagement haben. Aber dann müssen auch
Themen angesprochen werden, die Jugendliche betreffen. Zukunftsängste zum
Beispiel. Gerade im Hinblick auf Umweltthemen.
Interesse zu wecken funktioniert, wenn die Sache Spaß macht und man sich
gerne in der Gruppe einbringt. Überhaupt braucht man vor allem die Chance und
die Möglichkeit sich selbst und seine Themen einzubringen.
Was oft vergessen wird: Sich außerhalb der Schule zu engagieren braucht auch
Zeit. Mit dem G 8 geht das in Zukunft nicht mehr so einfach. Ich finde das
schade, dann gibt es nicht mehr die Möglichkeit auch außerhalb der Schule neue
Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln.
Paul Gallep, wir danken Dir für das Interview.
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