IMEDANA führt in Kooperation mit Schulen, Jugendeinrichtungen
und freien Gruppen Projekte zu den Themen Nationalsozialismus und Rassismus
durch. Im Mittelpunkt stehen Veranstaltungen mit ZeitzeugInnen. Die Zielgruppe
sind Jugendliche ab vierzehn Jahren. Die Projekte folgen einer Grobkonzeption
und w erden auf den Wissensstand, das Alter und die Herkunft der jeweiligen
Gruppe abgestimmt.
Nach der öffentlichen Thematisierung von rassistischen und antisemitischen
Angriffen wurde im Sommer 2000 von Politik und Medien eine verstärkte
Präventionsarbeit im Jugendbereich angemahnt.
In
vielen Bereichen wurden Projekte entwickelt und umgesetzt. Auch IMEDANA
e.V. hat seine Arbeit fortgesetzt und ausgebaut. Wir sehen hier über
zeitlich befristete Programme hinaus verstärkten Handlungsbedarf.
Insbesondere müssen HauptschülerInnen und jugendliche MigrantInnen
in der Bildungsarbeit stärker berücksichtigt werden. Erforderlich
sind hier engagierte Konzepte, die die Arbeit von Schulen und Einrichtungen
ergänzen und neue Impulse setzen.
Im September 2007 haben wir ein auf drei Jahre angelegtes Projekt mit dem Titel
"Wenn Mokkatassen sprechen – Mediale Konzepte gegen Antisemitismus"
begonnen. Dieses Projekt wurde als "Modellprojekt im Bereich Jugend,
Bildung und Prävention" unter 360 Projektangeboten als eines von 17
Projekten im Bereich "Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem
Antisemitismus - Zeitgemäße Konzepte
für die Bildungsarbeit
zum Holocaust" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend ausgewählt.
Projektbeschreibung
Gemeinsam mit Jugendlichen werden Fragestellungen
und Konzepte zu den Themen Nationalsozialismus und der Geschichte und
Erscheinungsformen von Antisemitismus erarbeitet. Diese bilden die
Grundlage für die Entwicklung eines Datenpools (einer multimedialen
Materialsammlung auf CD-Rom), der dann Jugendlichen und
MultiplikatorInnen in der Bildungsarbeit zur Verfügung gestellt wird.
Im Datenpool werden historische Dokumente mit der
Darstellung persönlicher Erfahrungen und vertiefenden
Informationsangeboten verknüpft.
Die digitalisierte Form des Datenpools ermöglicht bspw. auch das
Einblenden "sprechender Objekte": Eine Mokkatasse, die als eines von
wenigen Erinnerungsstücken die Zerstörungen der Reichspogromnacht
überlebt hat und deren Geschichte von der damals 12-jährigen Zeitzeugin
heute erzählt wird. Auch erschließen sich bspw. die Auswirkungen der
"Nürnberger Gesetze" auf das Leben der Einzelnen erst durch die
ergänzenden konkreten ZeitzeugInnen-Berichte. So erlangen historische
NS-Dokumente die notwendige Anschaulichkeit über das Ausmaß
antisemitischer Ausgrenzung. Im vertiefenden Informationsbereich des
Datenpools werden Hintergrundinformationen angeboten.
Arbeit mit Jugendlichen
Orientiert an den Bedürfnissen und Interessen der Zielgruppen
werden sowohl einzelne Workshops als auch längerfristige Beteiligung am
Projekt angeboten. Die Jugendlichen erarbeiten Plakate oder Artikel,
produzieren Radiobeiträge, sprechen mit ZeitzeugInnen, nehmen an
Stadtrundgängen teil oder entwickeln diese selbst.
Im Rahmen des Projektes gilt es, die Jugendlichen zu sensibilisieren,
ihnen Argumentationshilfen an die Hand zu geben und ihre Bereitschaft
und Fähigkeit zur Auseinandersetzung zu fördern. Dabei ist das
Problem Antisemitismus nicht isoliert zu betrachten, sondern es gilt,
auch andere Formen der Diskriminierung, Vorurteile, Stereotype und
Feindbilder in den Blick zu nehmen.
Innovation
Unsere Erfahrungen in der Arbeit mit Jugendlichen zum Themenkomplex
NS zeigen, dass es (v.a. "bildungsfernen") Jugendlichen schwer fällt,
Bezüge zwischen historischen Fakten und deren Bedeutung für ganz
konkrete Menschen und ihre eigene Lebenssituation herzustellen. Hier
sind multiperspektivische Ansätze gefordert.
Zudem gilt es, keine fertigen Antworten zu geben, sondern mit Konzepten, die interaktiv angelegt sind, die selbsttätige Aneignung bei der Zielgruppe zu fördern.
Bei Fragen: info@imedana.de
|