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Julia Zeh wurde mit dem Gerty Spies- Literarturpreis geehrt
Geschrieben von: Irina Schumacher   
Donnerstag, den 01. Oktober 2009 um 18:23 Uhr
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Im September dieses Jahres wurde der Gerty Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz an Julia Zeh verliehen. Mit diesem Preis wird das gesellschaftspolitische Engagement der Schriftstellerin geehrt. Sie gehört zu den Gegenwartsautoren, die sich zeitgenössischen Fragestellungen widmen. In ihren Romanen setzt sie sich mit brisanten gesellschaftlichen Themen und Problemen auseinander, wie in ihrem aktuellen Roman „Angriff auf die Freiheit“, verfasst gemeinsam mit Ilija Trojanow. Tagtäglich werden Milliarden von Daten im Internet verschickt, übermittelt, gespeichert und überprüft. Als vehemente Gegenerin des Überwachungsstaates entwirft sie in ihrem Buch ein Szenario der totalen Kontrolle durch den Staat.

Zur Person:

Juli Zeh wurde 1974 in Bonn geboren. Nach ihrem Jurastudium folgten einige Auslandsaufenthalte in New York und Krakau. Für ihren Debütroman „Adler und Engel“ 2001 erhielt sie die ersten Preise und ein Echo an positiven Literaturkritiken. Bereits in ihrem ersten Buch widmet sie sich politischen Inhalten und thematisiert darin das Völkerrecht.

Weitere Preise:

2002    „Deutscher Bücherpreis“

            „Rauriser Literaturpreis“

2003    „Ernst-Troller-Preis“

            „Hölderin-Förderpreis“

2009    „Car-Amery-Literaturpreis“

Bücher:

„Adler und Engel“ (2001)

„Spieltrieb“ (2004)

„Schilf“ (2007)

„Corpus Delicti“ (2009)

 

„Angriff auf die Freiheit“ (2009)

 

Ihr weiteres aktuelles Buch ist der Polit-Thriller Corpus Delicti, der sich mit einem politischen System befasst, indem es um die absolute Erhaltung der Gesundheit geht, und zwar um jeden Preis. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine junge Frau, die nach dem Selbstmord ihres Bruders aufgrund eines Justizfehlers an der „Methode“ des Staates, die absolute Gesundheitssicherung zu erreichen, zweifelt. Jede gesundheitsgefährdende Tat wird bestraft. Um das Ziel Gesundheitserhaltung nicht zu gefährden, werden andere Rechte und Freiheiten der Bürger eingeschränkt und verletzt. Wie weit darf der Staat eingreifen?

„Ich entziehe einer Gesellschaft das Vertrauen, die aus Menschen besteht und trotzdem auf der Angst vor dem Menschlichen gründet.“ (aus der Leseprobe, Corpus Delicti von Juli Zeh)

Nicht nur in ihren Romanen stellt sich die erfolgreiche Autorin der kontroversen Diskussion: Überwachung gegen Freiheit. 2008 legte sie eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht gegen den biometrischen Reisepass ein. Sie kritisiert die totale Kontrolle in Folge der Angst vor Terrorgefahr und plädiert für die Stärkung der Bürgerrechte.

 

Interessante Links:

Cicero (ein Magazin für politische Kultur) im Interview mit Juli Zeh über Überwachungsstaat und schwindende Bürgerrechte.

Vorwürfe gegen Otto Schily wegen der Einführung des biometrischen Passes. Hier finden Sie einen Artikel der Süddeutschen Zeitung zu diesem Thema. 

Ein Stern-Interview mit Juli Zeh gegen die Fitness-Diktatur

 

Der neue Roman von Juli Zeh – Corpus Delicti.

 

„Juli Zeh schildert die Entgleisung ins Brutale mit seltsamer Kälte. Sie ist eine analytische Apokalyptikerin in der Nachfolge Jewgenij Samjatins, Ray Bradburys und Philip K. Dicks. Als solche polemisiert sie gegen eine postutopische Epoche, die sich zu viel auf die Überwindung der Utopien zugutehält.“    Die Zeit

 

Weitere Themen der Internetnutzung finden Sie auch auf den Seiten der netzpolitik.

 

Informationen zur umstrittenen Vorratsdatenspeicherung finden Sie auf dieser Seite.

Schriftstellerin Juli Zeh im Gespräch bei Bayern 2.

 
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