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Die Methode Open Space zur politischen Bildung an der Zivildienstschule
Geschrieben von: Zivildienstschule Geretsried   
Freitag, den 23. April 2010 um 12:49 Uhr
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Im Rahmen regelmäßiger interner Fortbildungen befasste sich das Kollegium der michael_pannwitz_moderiert.jpgZivildienstschule Geretsried in mehreren Veranstaltungen mit derFrage:Wie kann politische Bildung stärker auf Teilnehmer- und Prozessorientierung fokussieren? Zu dieser Fragestellung lieferten die Empfehlungen der EU  zu "lebensbegleitendem Lernen" , die als einen zentralen Punkt die Neuorientierung der Lernziele - weg von der In-, hin zur Outcome-Orientierung - vorsieht, wichtige Impulse. 

Als Fazit wurde Open Space, als eine Methode mit dem Maximum an Teilnehmer- und Prozessorientierung, für die politische Bildung an der Zivildienstschule Geretsried gewählt. Dieser wurde im November 2009 mit Michael Pannwitzund dem boscop-Teamdurchgeführt. 150 Zivildienstleistende nahmen daran teil.

Der Prozess als politische Bildung

Als Chance für die politische Bildung wurden, neben dem thematischem Schwerpunkt, vor allem die Prozesse im Open Space gesehen. Dabei können verschiedene Reflexionsebenen unterschieden werden:

  • Selbstständigkeit und Freiheit im Prozess / in der Demokratie

  • Übernahme von Verantwortung für sich und für andere

  • Beteiligung und Nichtbeteiligung und deren Konsequenzen

  • Deliberation und Ergebnisse, Verhältnis von Prozess und Ergebnis in einer Demokratie  

Drei Tage lang wurden unter dem Titel "2020, hast Du Deutschland verändert? Ich schon!" 41 Themen von "Google - (Die neue Weltmacht?) Das Internetmonopol!", über "Ehrlichkeit im Wahlkampf - Ist erfolgreiche Politik damit möglich?" und "2020 - Müssen sich Männer emanzipieren?" bis "2020 - USEU (United States of Europe)" diskutiert. openspacegeretsried2.jpg

Die positive Wahrnehmung der Veranstaltung war sowohl bei Zivildienstleistenden als auch bei Dozenten durchgängig, auch wenn angemerkt wurde,dass sie streng betrachtet kein „echter" Open-Space war, da die Elemente „echtes Anliegen"und „Nachhaltigkeit" fehlten und die Teilnehmer abgeordnet waren. 

Bilanz des Kollegiums

Die Debatte über Vor-und Nachteile ergab keine Eindeutigkeit. Zugespritzt lassen sich aber zwei Positionen herausarbeiten:

  • Diese Art von Veranstaltung ist keine geeignete Methode, da sie vor allem keinen fachlichen Input von Seiten der Dozenten vorsieht, ein praktisches Anliegen gegeben sein muss und die Verbindlichkeit im Sinne von Anwesenheitspflicht fehlt.

  • Sie ist eine geeignete Methode,da sie politische Bildung im Sinne von Erlernen von Politikverständnis darstellt und durch gelungene Selbstorganisation das Selbstvertrauen der Teilnehmer stärkt wird. 

Insgesamt herrscht Einigkeit darüber, dass einzelne Elemente als Denkanstöße sehr geeignet sind.

Weitere Überlegungen waren:

Die Dynamik der AGs war gut, Selbstorganisation der Gruppen funktioniert und ist stark genug. Es bleibt die Frage, ob Inputs bei schwächeren Teilnehmern möglich sind, ohne sie in die „Schulstarre" zu drängen? In wie weit ist die Intervention des Dozenten auch notwendig, wenn der Zug in die falsche Richtung geht, z.B. Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit?
In jedem Fall ist es wichtig, das Infoangebot im Sinne von Internet, Materialien und Dozentenbefragung zur Verfügung zu haben. Die Open-Space-Regeln sind wichtig als Musterunterbrechung, doch gibt es auch die Meinung, dass es Grenzen geben muss.                                                                                                      

Formal ist zu beachten, dass eine gute und gewissenhafte Erstellung und Ausgestaltung der Rahmenbedingungen und der vorbereitenden Plakate wichtig und unverzichtbar als Ausdruck von Professionalität der Einrichtung und Wertschätzung der Teilnehmer ist. Als zentral wird auch die Möglichkeit erachtet, sich Themen selbstständig zu wählen. Ebenso wichtig ist es, Open Space den Teilnehmern als Methode erkennbar zu machen und zu erläutern. 

Das Kollegium schließt sich dem Fazit des Zivildienstleistenden Thaddäus Schwab an: „Insgesamt hat uns allen das Seminar sehr viel Spaß gemacht und wir würden uns wünschen, dass diese Form des freien Arbeitens auch für engagierte Schüler und Studenten zurpolitischen Bildung stärker eingesetzt wird."

Einen Bericht zur Veranstaltung finden Sie bei hier bei merkur-online.de "Politische Bildung, die fasziniert"

 

 
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