|
Anfang des Jahres 2009 enstand im Projektteam des Netzwerks politische Bildung Bayern aus dem Bedürfnis heraus, den 60. Geburtstag des Grundgesetzes projektorientiert für jugendliche Zielgruppen umzusetzen, die Idee, einen Videowettbewerb auszurichten. Nach eingehender Überlegung fiel der Entschluss, ein kurzes und dem Trend der Casual-Videos von Youtube und Co. enstrechendes Format zu wählen, dass für die Teilnehmer ohne große technische Hürden und zeitlichen Aufwand umzusetzen sein würde. Das "Label" und die Homepage "http://www.60sek.de/" wurden begründet und der erste Videowettbewerb des Netzwerks politische Bildung Bayern fand in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Bayern unter dem Motto "60 Sekunden für die Demokratie" statt.
Verlauf
Tatsächlich zeigte sich, dass das Thema sowohl in technischer, als auch in gestatlterischer Hinsicht ganz unterschiedlich und auf kreative Weise umgesetzt wurde. Einige der 20 eingesendeten Videos sind immer noch hier einsehbar. Um nicht rein auf Sachpreise als Motivation für eine Teilnahme zu setzen, wurde ein sog. Publikumspreis eingerichtet, der einen Bezug zum filmischen Handwerk haben sollte und den Gewinner ein Erlebnis bieten sollte, dass sie sonst nicht ohne weiteres haben konnten. Für den Wettbewerb von 2009 konnte der Fernsehsender Pro7 als Partner gewonnen werden, der einer Gruppe von Schülern einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen des Produktionsalltags der Wissenssendung "Galileo" gewährte. Wie es sich gehört, wurden auch die Gewinner in angemessenen Rahmen im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus geehrt.
|
| Die Gewinner von 2009 bei der Preisverleihung im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus |
Das Format "60 Sek" wurde nach dem erfolgreichen Verlauf des Jahres 2009 im nächsten Jahr wieder umgesetzt, diesmal unter dem Motto "60 Sekunden für Toleranz". Anlaß und Themengeber für thematische Aspekte rund um Interkulturalität, Migration und Integration war diesmal die Fußballweltmeisterschaft, die im Sommer 2010 in Südafrika stattfand. Als Ausrichter für den Publikumspreis konnten die Bavaria Filmstudios gewonnen werden, die einer bzw. meherern Gewinnergruppen, die Teilnahme an ihrem eintägigen Schulungsprojekt "Das filmende Klassenzimmer" gewährten. Wenn auch der Rücklauf für diesen Wettbewerb geringer war, als im Vorjahr, so wurden doch kreative und ansprechende Beiträge eingereicht und wieder konnte eine Gruppe in München ihre verdiente Ehrung entgegennehmen. Möglicherweise ist die geringere Resonanz der Tatsache geschuldet, dass in diesem Jahr sehr viele Wettbewerbe von unterschiedlichen Trägern für unsere Zieglruppe ausgeschrieben waren, darunter auch einige, die auf Videomaterial als Beiträge setzten.
 |
| Das Team von 2010 bei den von Profis begleiteten Dreharbeiten in den Bavaria Filmstudios |
Auffällig war, dass eine Reihe renomierter Wettbewerbsausrichter in diesem Jahr die Einreichungsfristen für Beiträge verlängerten bzw. verlängern mussten, was dafür spricht, dass hier insgesamt gesehen eine gewisse Sättigungsstufe an Wettbewerben erreicht gewesen sein könnte.
Neu für den Wettbewerb des Netzwerks politische Bildung Bayern war, dass der komplette Wettbewerb 2010 von der Ausschreibung an in Facebook begleitet wurde, was sich bei der ohnehin schon an der Web 2.0 Kultur orientierten Ausrichtung des Gesamtkonzepts als passend und effektiv zeigte.
Erfahrungen und Fazit
Wettbewerbe in dieser Größenordung auszurichten ist ein von Aufwand begleitetes Vorhaben. Von der Idee bis zur Umsetzung ist vieles zu bewältigen: Von der Suche nach Sponsoren, über Homepagedesign und -Gestaltung, der Gewährleistung der technischen Upload-Bedingungen für das Videomaterial, der Beachtung und Formulierung rechtlicher Rahmenbedingungen, der Pressearbeit im Sinne der Vor- und Nachbereitung, der Erstellung von Tipps und Material als Hilfestellung für die Teilnehmer, der Organisation von Jurysitzungen und der Preisverleihung, dem Versand der Preise, u.a.m. muss viel erledigt und beachtet werden. Das kostet Zeit und erfordert einigen organisatorischen Aufwand.
Aus Sicht des Teams des Netzwerks politische Bildung Bayern hat sich dieser Aufwand jedoch gelohnt. Vor allem die persönlichen Erfahrungen und Gespräche, die bei den Preisverleihungen und den Veranstaltungen der Publikumspreise mit den Gewinnergruppen gewonnen wurden, haben gezeigt, dass sich die Mühe gelohnt hat. Dabei hat sich insbesondere die besondere Ausrichtung der Publikumspreise mit ihrem Erlebnis- und Erfahrungscharakter bewährt. Für den ein oder anderen Schüler sind sie mit bleibenden Erinnerungen und "Aha-Effekten" verbunden. Hier war für das Netzwerkteam der Kontakt zu Personen mit Entscheidungsgewalt in den ausrichtenden Organisationen besonders wichtig, ohne deren persönlichen Einsatz die beiden Events für unsere Gruppen nicht möglich gewesen wären. Wir danken daher an dieser Stelle nocheinmal allen Beteiligten außerhalb des Netzwerkteams, den Mitarbeitern bei Pro7 (Herrn Valentin), den Bavaria Filmstudios (Herrn Hölzl und seinem Team) und der Landeszentrale für politische Bildung Bayern. |