Mittwoch, 04 Mai 2016 16:25

Buchpräsentation "Politik wagen"

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Eine Demokratie lebt davon, dass es Menschen gibt, die in der Politik etwas wagen: Menschen, die es wagen, selbstbewusst ihre Interessen zu artikulieren und offen für die Interessen anderer zu sein. Die es wagen, im Ringen um eine Lösung auch einmal Abstriche in Kauf zu nehmen. Die es wagen, unbequeme Wahrheiten zu formulieren und verbreitete Sündenbock-mechanismen zu entlarven. Die es wagen, sich wirklich auf einen Diskurs einzulassen, mit dem Risiko, sich auch einmal überzeugen zu lassen. Die es wagen, zu erkennen, dass es in der Politik selten ein klares „richtig“ und ein klares „falsch“ gibt. Die es wagen, der oftmals allzu schlichten Kritik an der Politik zu widersprechen. Die es wagen, unbequem zu sein, für andere und für sich selbst. Menschen also, die es wagen, in Freiheit Verantwortung zu übernehmen.

 

             
Montag, 22 Februar 2016 14:40

Politik wagen - Ein Argumentationstraining

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Am Stammtisch wird traditionell viel über Politik gesprochen, oft mit Kompetenz und dem ernsthaftem Bemühen, Politik besser zu verstehen. Oft aber werden auch nur Stammtischparolen ausgetauscht, man  verharrt in dumpfer Selbstgerechtigkeit und lässt sich gar nicht erst auf das Wagnis Politik ein.

 

Zivilcourage ist nicht vom „genetischen Zufall“ abhängig oder gar Temperamentsache, sondern grundsätzlich erlernbar. Ein Argumentationstraining ist ein Lernarrangement für Schüler/-innen, das zivilcouragiertes Verhalten im simulativen Umgang mit Ernstsituationen trainieren will. In der Auseinandersetzung mit sogenannten Stammtischparolen, d.h. rassistischen, rechtspopulistischen bzw. rechtsextremen Aussagen, können das Handlungsrepertoire, die sozialen und kommunikativen Kompetenzen und letztlich die Selbstwirksamkeit der Schüler/-innen erweitert werden. In Argumentationstrainings geht es darum, im Alltag mutig und mit begrenztem Risiko für die Wahrung der Menschenwürde und für fairen Konfliktaustrag einzutreten. Das Ergebnis solcher Trainings ist prinzipiell offen, weil Schule und Unterricht soziale Einstellungen und Handlungsweisen fördern, nicht aber präjudizieren können.

„Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient“ (Joseph de Maistre) – auf diese plakative Formel ließe sich stark vereinfachend die These der Streitschrift von Christian Boeser und Karin Schnebel reduzieren. Sie stellt sehr klug einen Kausalzusammenhang her zwischen der Politikerverdrossenheit der Bürger (und Bürgerinnen) und einer Politik, die kurzsichtig und nur auf Wahlgewinne ausgerichtet ist und macht damit die Bürger selbst verantwortlich für die beklagte Bürgerferne der Politik.

Freitag, 03 Mai 2013 00:00

Fragen zu einem provokanten Buch

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Das Niveau in politischen Alltagsgesprächen ist oftmals weitaus niedriger, als es dem Niveau der Diskutanten entsprechen würde. In der im Springer Verlag erschienenen Streitschrift für mehr Niveau in politischen Alltagsgesprächen geht es nicht nur darum, diese Behauptung zu belegen, sondern vor allem auch darum, deutlich zu machen, dass dies sowohl für die Qualität von Politik als auch für die Qualität von Demokratie ein Problem darstellt. Das Buch nimmt eine kontroverse Perspektive ein, die zu einem stärkeren Zusammenhalt in unserer Gesellschaft beitragen kann.

"Diese aufregende kleine Streitschrift hat bislang zu wenig Beachtung gefunden" (Dr. h.c. Siegfried Schiele, ehemaliger Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, im Dezember 2015).