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Politische Bildung durch die LandesschülerInnenvereinigung Bayern e.V.
Geschrieben von: Niels Niedermaier   
Donnerstag, den 01. April 2010 um 12:49 Uhr
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Die Landesschülervertretung (LSV) steht seit etwa dreißig Jahren für selbst organisierte politische Bildung von Jugendlichen für Jugendliche. Lange Zeit vertrat sie als Verein die bayerischen SchülerInnen auf Landesebene, da es keine staatlich anerkannte Vertretung gab. Zusammengesetzt aus BezirksschülersprecherInnen der Gymnasien, SchülersprechernInnen und interessierten SchülerInnen setzte sie sich erfolgreich für eine offizielle LandesschülerInnenvertretung ein. Ende 2007 wurden erstmals für alle Schularten BezirksschülersprecherInnen gewählt. Diese bestimmen aus ihrer Mitte die LandesschülersprecherInnen, die den Landesschülerrat bilden. Damit änderte sich die Zielsetzung der LSV. Nun wurde sie in LandesschülerInnenvereinigung umbenannt und setzte sie sich für eine Stärkung des Landesschülerrates und der SchülerInnenvertretung auf allen Ebenen ein.
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Politische Bildung wird von der LSV auf vielfältige Weise praktiziert. Auf den etwa alle sechs Wochen stattfindenden Mitgliederversammlungen, die allen SchülerInnen offen stehen, gibt es Diskussionen zu bildungspolitischen Themen. Genauso werden Referenten eingeladen, die den Horizont der Mitglieder erweitern. Darüber hinaus gibt es gewählte ExpertInnen der LSV, die sich mit einzelnen Themengebieten genauer auseinander setzen und in diesem Zusammenhang die Mitglieder so informieren, dass sie sich eine eigene Meinung bilden können. Diese sind in der LSV: Europa- und Bundesdelegierte, ExpertInnen für Schulkonzepte, Delegierte für das Forum Bildungspolitik in Bayern sowie Sexualbeauftragte.
2009 veranstaltet der Verein mit basis´09 zum sechsten Mal einen großen SchülerInnenkongress. Basis´09 in Nürnberg war mit 600 Teilnehmenden Europas größter SchülerInnenkongress. Dieser Kongress bietet politische Bildung in aller Vielfalt. Interessierte Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern blickten den Bezirks- und LandesschülersprecherInnen bei der Landesschülerkonferenz über die Schulter. In Diskussionsforen mit Wissenschaft, Verbänden und Politik entstehen neue Einblicke, Arbeitskreise zu vielen Themen der SchülerInnenvertretung und darüber hinaus boten die Chance viel zu lernen. Und bei einer Podiumsdiskussion während des Kongresswochenendes konnte Politik und ihre AkteurInnen hautnah erlebt werden.
Was sich hier dagegen nicht beschreiben lässt, ist die Begeisterung, die auf diesem Kongress und sonst allgemein in der SchülerInnenvertretung herrscht. Der Umgang ist herzlich, die Diskussionen sind anspruchsvoll und die Gruppen bei Treffen sind aufgeschlossen für Neue und Neues. Für EinsteigerInnen im Verein öffnet er eine neue Perspektive, da es für die meisten noch nie möglich war, sich mit anderen Jugendlichen in einem solchen Umfang politisch auszutauschen. Interesse sich mit angesprochenen Themen auseinander zu setzen entsteht, etwa bei Seminaren - von Mitgliedern organisiert. Zum Beispiel zum Thema alternative Schulkonzepte oder zur Fortbildung der SchülerInnenvertreterInnen in Moderation oder Rhetorik. Die Motivation ist riesig, sodass Mitglieder der LSV neben dem normalen Schulalltag am Wochenende durch Bayern fahren und in Turnhallen übernachten. Oder abends, nach der Schule, Telefonkonferenzen abhalten, hunderte E-Mails schreiben und irgendwann müde ins Bett fallen. Durch ihre Arbeit verändern sie ein Stück weit Schule und begeistern dabei ihre MitschülerInnen aktiv zu werden, da für politische Bildung bei SchülerInnen ansonsten kaum Interesse geweckt wird. Letztendlich leistet die SchülerInnenvertretung Bayerns nicht politische Bildung im Sinne von Wissensanhäufung, sondern sie vermittelt politische Bildung praktisch: Diskussionsfreudigkeit, andere Meinungen akzeptieren, Offenheit, Bereitschaft zu Engagement, Mut zum Querdenken – also Fähigkeiten, die in einer Demokratie erfahren und gelebt werden müssen, um sie lebendig zu halten.

 
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