Donnerstag, 19 September 2019 11:36

Das Experiment: Deutschland und die Demokratie

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„Der pluralistische Staat ist ein moralisches Experiment, das jeden Tag von neuem gewagt werden muss.“ Ernst Fraenkel

Die Weimarer Reichsverfassung von 1919, das Grundgesetz von 1949 und die Friedliche Revolution von 1989 markieren demokratische Schlüsselerfahrungen der deutschen Geschichte, die in diesem Jahr gefeiert werden. Die Jubiläen verdeutlichen, dass die Demokratie immer wieder errungen und verteidigt werden muss. Sie ist kein vollendeter Zustand, sondern ein offener, dynamischer Prozess. Demokratie ist eine Staatsform, die es uns ermöglicht, aber auch zumutet, mit unterschiedlichen Perspektiven, Meinungen und Bekenntnissen umzugehen. Für Ernst Fraenkel war sie ein geradezu kühnes „Experiment, das jeden Tag von neuem gewagt werden muss“.

Freitag, 26 Juli 2019 16:11

John Dewey - Demokratie braucht Bildung

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Pädagogischer Salon mit Jürgen Oelkers

(Wochenendseminar vom 21.02. bis 23.02.2020)

 

Das Konzept der Demokratie als Lebensform hat sich in den USA entwickelt, wo nach der Unabhängigkeitserklärung 1776 ein komplett neues Bildungssystem aufgebaut werden musste. Der berühmte amerikanische Philosoph und Pragmatist John Dewey war einer der interessantesten und bildungspolitisch einflussreichsten Vertreter dieser Tradition. Sie besagt, dass Demokratie nicht in erster Linie als Staatsform und Mechanismus der Machtteilung, sondern als Lebensform verstanden werden muss, die insbesondere auch in den Bildungseinrichtungen erfahren und gelebt werden kann. 

Donnerstag, 14 MĂ€rz 2019 07:55

PLAN MEE - DAS ERBE

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"Der sich erinnernde Mensch ist niemals allein.

Erinnerungen bauen sich nur im Zuge

der Kommunikation mit anderen in uns auf." - J. Assmann.

 

Die neue Produktion des Tanzkollektives PLAN MEE mit dem Titel DAS ERBE befasst sich mit den Themen Körper, Architektur und Erinnerungen.  

Im September feierte das Stück zur Spielzeiteröffnung in der Tafelhalle Nürnberg Premiere. Im Juli folgt eine Wiederaufnahme in der St. Katharinenruine in Nürnberg.

 

„Bayerns Weg zur Demokratie – Streiflichter zu 200 Jahren bayerischer Geschichte“, unter diesem Titel hat die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit nun eine neue Publikation in der Reihe „Einrichten und Perspektiven“ vorgelegt – dieses Mal digital und als e-paper.

 

Jüdische Athleten im deutschen Sport: Neueste Erkenntnisse der Sportgeschichte

Irsee (pm).Bereits in der Kaiserzeit waren Sportlerinnen und Sportler jüdischer Herkunft in den verschiedensten Funktionen in deutschen Turn- und Sportvereinen aktiv. Dennoch lagen über ihre Verdienste für den Sport in Deutschland lange Zeit keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse vor. Eine Tagung der Schwabenakademie Irsee und der Heimatpflege des Bezirks Schwaben wird in Kooperation mit dem Jüdischen Museum München am letzten Novemberwochenende neue Forschungsergebnisse präsentieren.

Freitag, 12 September 2014 00:00

Dokumentarfilm: Waffenlose Front - Die Bausoldaten in der DDR

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"Die Friedenstaube muss gepanzert sein"

50 Jahre nach dem Bausoldaten-Erlass zeigt dieser sehenswerte und künsterlisch schöner Film, wie präsent das Thema noch ist und informiert über ein problematisches Kapitel in der DDR-Geschichte.

 

 

Hier gelangen Sie zur Mediathek der ARD, wo Sie sich den Film in voller Länge ansehen können:

"Waffenlose Front - die Bausoldaten in der DDR"

 

grenze anja-semling pixelio

© Anja Semling /pixelio.de

Wie war eigentlich das Leben als Bürger in der DDR? Frank Rieger und Martin Schramm, beide in der DDR groß geworden, erzählen in diesem dreistünigen Podcast über ihre Leben, Erleben und ihre Erlebnisse. Produziert wurde der Podcast von Tim Pritlove, Produzent und Moderator des Chaosradio Express, der sich mit Gesellschaftlichen, politischen und technischen Themen beschäftigt.

Interessant ist der Podcast unter dem Titel "Es war nicht alles schlecht in der DDR", da er auf schwarz-weiß Darstellungen oder "Ostalgie" verzichtet, sondern beide Interviewten mit negativen und positiven Erlebnissen zu Wort kommen lässt und so ein Stück Zeitgeschichte dokumentiert. Es geht um Platzierungen im Restaurant, Motivation und Frustration, um Ausbildung und Studium in der DDR oder auch um "Anrufbeantworter aus Papier". Den Podcast runterladen oder online anhören können Sie hier .

Dienstag, 16 Februar 2010 00:00

Lernen und Erinnern

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Am 25.01.2009 unterzeichneten die Präsidenten der Internationalen Häftlingskomitees der NS-Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos ein Dokument , in dem sie die Staatengemeinschaft zur Bewahrung und Förderung der Erinnerung an die Verbrechen der NS-Diktatur auffordert. Die Unterzeichner erklären im Wortlaut: „Die letzten Augenzeugen wenden sich an Deutschland, an alle europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft, die menschliche Gabe der Erinnerung und des Gedenkens auch in der Zukunft zu bewahren und zu würdigen. Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben sollen. Dies sei unser Vermächtnis."

KZ-Gedenkstätte Dachau gespiegelt im Fenster
© VGMeril/ pixelio

smilyjay jeanette dobrinth

© Jeanette Dobrindt / pixelio

"Gedenkstätten sind Orte gemeinsamen Lernens und Gedenkens sowie der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Erinnerungskulturen", so formulieren es Annegret Ehmann und Hans-Fred Rathenow. Damit sie allerdings auch beim Besuch mit Schulklassen oder anderen Gruppen zu besonderen Orten werden können, braucht es eine Einbettung des Besuchs. Eine Vor- und Nachbereitung sollte selbstverständlich sein. Das geschieht allerdings nicht immer, sodass Gedenkstättenmitarbeiter oftmals mit absolut unvorbereiteten Gruppen fertig werden müssen. Deshalb möchte dieser Artikel einerseits schildern, was es vor dem Besuch einer Gedenkstätte unbedingt abzuklären gilt und andererseits Beispiele nennen, wie eine Bearbeitung des Besuchs im Vorfeld und Nachhinein aussehen kann.

zug-der-erinnerung

Der Zug der Erinnerung, ein Projekt deutscher Bürgerinitiativen, will den letzten Weg Hunderttausender Kinder und Jugendlicher in die Konzentrations- und Vernichtungslager des NS-Regimes ins Gedächtnis rufen. Die Ausstellung als mobile Gedenkstätte, zeigt das Unrecht dort, wo es auch damals für die Menschen sichtbar war und an einem für uns alltäglichen Ort: an den Bahnhöfen, die damals Ort der Deportation waren. Der Zug der Erinnerung fährt noch bis zum 20. Mai verschiedene bayerische Bahnhöfe an, bis Sonntag, den 3. Mai, ist die Ausstellung im Hauptbahnhof München zu sehen.